Saubere Umwelt

Bild Grazer Uhrturm

Österreich nimmt in puncto Saubere Umwelt eine Vorreiterrolle ein. Darauf sind die Österreicherinnen und Österreicher stolz. Das genießen sie. Und das nehmen sie auch im Vergleich mit weniger sauberen Ländern bewusst wahr. Gleichzeitig werden die Schönheit der heimischen Landschaft und die Reinheit der Städte und Ortschaften von den Touristen geschätzt.

Eine erst kürzlich veröffentlichte Umfrage von Hasslinger Consulting (n=1.001) untermauert dies: 85% der Befragten halten Österreich für ein sauberes Land. Und auch im Vergleich zu anderen europäischen Staaten schneidet Österreich hervorragend ab. Spanien, Griechenland und Italien werden als wesentlich weniger sauber empfunden. 

Diese Sauberkeit ist aber keine Selbstverständlichkeit. In den meisten Bereichen strahlt unser Land, weil unter den Österreichern das Umweltbewusstsein stark ausgeprägt ist. An einigen neuralgischen Punkten – wie auf öffentlichen Plätzen bzw. Treffpunkten, an Verkehrsumschlagplätzen, entlang stark befahrener Straßen, in der Nähe von Lokalen oder Take-away-Restaurants – ist das achtlose Wegwerfen von Abfall jedoch sehr wohl ein merkbares Problem.

Auch das lässt sich aus der Studie ablesen: Wenn die Österreicher nach Umweltverschmutzung gefragt werden, denken sie neben Abfall auf der Straße (mit 17% der Nennungen an erster Stelle) an Autoabgase (14% der Nennungen).

Studien zeigen Problembereiche auf

Richtungsweisende Studien der Wirtschaftsuniversität Wien und der Universität Basel aus dem Jahr 2004 ergaben:

  • 70% des Abfalls werden auch an diesen so genannten Hot-Spots korrekt entsorgt, 30% aber achtlos weggeworfen.
  • Das Problem tritt auch trotz einer ausreichenden Anzahl an Abfallkübeln auf.
  • Von unachtsam weggeworfenem Müll entfallen 69% auf Essensreste, Holz, Kaugummi, Vegetabilien, Zigaretten und Zigarettenpackerln.
Grafik - Illustration
  • Sowohl in Wien als auch in Barcelona, Brüssel, Frankfurt und Prag – die alle im Zuge dieser Studien beleuchtet wurden – waren Zigarettenstummel das mit Abstand am häufigsten weggeworfene Produkt.
  • Andere Stoffgruppen, die in der öffentlichen Diskussion großen Raum einnehmen, machten nur einen sehr kleinen Anteil der Gesamtmenge aus (z.B. Tierkot, rd. 0.2%).
  • Das Thema ist jedenfalls ein Problem der kleinen Stücke: 97% der Gesamtmenge bestand aus Gegenständen, die in keiner Dimension größer als 15 cm waren.
  • Der Anteil der klar zuzuordnenden Verpackungen betrug rund 5%.

Aufmerksamkeit gefordert

Ganz aktuelle Daten liegen leider nicht vor. Die Experten sind sich in ihren Vermutungen aber einig, dass die Problematik an den neuralgischen Punkten unverändert ist oder sogar noch an Schärfe zugenommen hat.

Denn: Das Konsumverhalten ändert sich laufend. Immer mehr Menschen verpflegen sich unterwegs. Gratiszeitungen erleben einen regelrechten Boom. Und das Rauchen hat sich aufgrund der Rauchverbote von Lokalen und öffentlichen Gebäuden nach draußen verlagert – was eine Zunahme an weggeworfenen Zigarettenstummeln bewirkt.

Daher ist Aufmerksamkeit gefordert, damit Österreich seine Rolle als Vorreiter weiter beibehält.