Lebensmittel sind kostbar

Österreichweit landen jedes Jahr rund 157.000 Tonnen an verpackten und unverpackten Lebensmitteln im Restmüll. Pro Haushalt entspricht das durchschnittlich 300 Euro, die jährlich einfach so weggeworfen werden. Doch viele Lebensmittel, die tagtäglich im Abfall landen, sind eigentlich noch genießbar. Es ist höchste Zeit zu handeln! 

„Reinwerfen statt Wegwerfen“ und die Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“

„Reinwerfen statt Wegwerfen“ begrüßt deshalb die Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“ des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, die dazu aufruft, gemeinsame Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu entwickeln und unterstützt sie in der Bewusstseinsbildung, um die jährlich anfallenden Lebensmittelabfälle nachhaltig zu reduzieren. Erklärtes Ziel der Initiative ist die Reduktion vermeidbarer Lebensmittelabfälle um 50 % bis zum Jahr 2030.

Jede und jeder Einzelne kann ganz einfach dazu beitragen, die Situation zu verbessern, indem Einkauf, Lagerung und Konsum überdacht und Lebensmittelreste bewusster verwertet werden. Dazu gehören auch die korrekte Entsorgung pflanzlicher Lebensmittel, falls doch einmal etwas weggeworfen werden muss sowie die richtige Trennung von Lebensmittelverpackungen, damit wertvolle Ressourcen wieder der Kreislaufwirtschaft zugeführt werden können. 

Alltagstaugliche Tipps der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“:

  • Vorausplanen

Vor jedem Einkauf überlegen, was wirklich benötigt wird und immer zuerst die Vorräte überprüfen und den Speiseplan darauf abstimmen, welche Lebensmittel in nächster Zeit ablaufen. Auch das Planen der Mahlzeiten für die ganze Woche und ein darauf abgestimmter Einkaufszettel wirken Wunder!

  • Bewusst einkaufen

Der Preis von Groß- und Vorteilspackungen verleitet zwar zum Spontankauf, macht aber nur Sinn, wenn diese tatsächlich aufgebraucht oder mit jemandem geteilt werden können. Wann immer möglich, sollte auf saisonale, regionale und umweltschonend erzeugte Produkte zurückgegriffen werden.

  • Richtig lagern

Nach dem Einkauf ist es wichtig, gekühlte Produkte möglichst rasch wieder zu kühlen und bei tiefgekühlten Produkten niemals die Kühlkette zu unterbrechen. Die richtige Lagerung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Haltbarkeit und bewahrt Lebensmittel vor dem Müll. Tipps zur Lagerung einzelner Produktgruppen und zum richtigen Einräumen des Kühlschranks gibt es hier.

  • Den eigenen Sinnen vertrauen

Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht mit einem „Wegwerfdatum“ gleichzusetzen. Sieht das Produkt noch gut aus, riecht es so, wie es riechen soll und schmeckt es gut, so kann es ohne weiteres noch verzehrt werden. Ist die Verpackung einmal geöffnet, wird das Mindesthaltbarkeitsdatum ohnehin ungültig: Sauerstoff, Feuchtigkeit und Mikroorganismen können hineingelangen und das Lebensmittel verderben. Bei besonders sensiblen Waren wie Fleisch und Fisch ist das aufgedruckte Verbrauchsdatum aber auf jeden Fall immer einzuhalten, da sonst die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung droht.

  • Reste verwerten

Selbst bei noch so guter Planung kann niemals ausgeschlossen werden, dass hin und wieder etwas übrigbleibt. Mit etwas Kreativität können Speisereste auch am nächsten Tag zu köstlichen Gerichten und Snacks verwertet werden. Restl-Rezepte gibt es auf der Website der Initiative „Lebensmittel sind kostbar!“. 

  • Richtig recyceln

Pflanzliche Reste, etwa Schalen, sind nicht immer vermeidbar. Sie gehören in die Biotonne und nicht in den Restmüll, um nach der Kompostierung als Dünger wieder dem Ressourcen-Kreislauf zugeführt werden zu können. Lebensmittelverpackungen wie Glas-, Karton-, Kunststoff- und Metallbehälter können recycelt werden. Sie sollten deshalb immer getrennt gesammelt und im richtigen Container entsorgt werden.


Aber nicht nur im Haushalt, sondern auch in der Produktion, im Handel und in der Gastronomie muss der leichtfertige Umgang mit Lebensmitteln überdacht werden, denn Lebensmittelverluste treten während der gesamten Wertschöpfungskette auf, nicht nur bei den Endkonsumenten. Deshalb haben sich Unternehmen quer durch alle Branchen sowie sozial engagierte Organisationen entschlossen, „Lebensmittel sind kostbar!“ von Beginn an zu unterstützen und aktiv Maßnahmen zu setzen.

 

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