Gastkommentare

"Reinwerfen statt Wegwerfen" versteht sich als Plattform für ein sauberes Österreich. Sie finden hier Gastkommentare von nationalen und internationalen Opinion Leadern, die sich mit Umweltthemen allgemein und Littering im Besonderen auseinandersetzen.

Gerald Fleischhacker

Österreichischer Kabarettist, Autor und Moderator

Ich möchte die Gelegenheit heute nützen und an dieser Stelle einmal die Wahrheit verkünden! Es ist höchste Zeit. Es kann und darf nicht sein, dass wir in Österreich nach wie vor mit Falschmeldungen überhäuft werden. Wir müssen und werden nicht länger den vorgekauten Meinungen in Tageszeitungen, Online Medien, dem Fernsehen oder gar dem Radio Glauben schenken. Darum lassen sie es mich hier laut und deutlich schreiben: SIE SIND UNTER UNS!

Die Vermutungen und Gerüchte waren immer schon da, aber nie konnte sie jemand bestätigen. Bis jetzt! Denn WIR können es! Alle bisherigen Gerüchte stimmen! Vom österreichischen Geheimdienst geschickt verborgen und abgeschirmt, hat es die Bundesregierung in Verbindung mit den Freimaurern, den Bilderbergern und allen anderen Geheimbünden der Welt in einer noch nie da gewesenen Aktion geschafft, Teile der Bevölkerung gegen Humanoide Roboter auszutauschen.

Seit Jahren wurden sie geschickt ins gesellschaftliche Leben integriert. SIE SIND UNTER UNS. Sie sehen aus wie Sie und ich, sie kleiden sich wie Sie und ich, sie reden wie Sie und ich, sie sind schlicht fast nicht von uns zu unterscheiden. 

Uns ist es aber in langer und intensiver Recherchearbeit gelungen, einen Fehler im System dieser Humanoiden zu entdecken. Es ist das sogenannte PL Problem. In der Fachsprache Public Littering genannt. Diese Wesen schaffen es nicht, Müll in die dafür vorgesehenen Behältnisse zu werfen. Diese revolutionäre Entdeckung schafft mehrere  Erkenntnisse für uns. 

Wir wissen nun also, dass WIR wirklich so super sind, wie wir glauben, weil WIR ja immer alles dort hin werfen, wo es hingehört. Und dass es wirklich die ANDEREN sind, die den ganzen Dreck verursachen. Die Plastikflaschen in den Büschen, die Sackerln, die romantisch im Wind wehen, die Zigarettenstummeln mit denen unsere lieben Kleinen so schön im Park spielen können.

DAS waren die Anderen! WIR können nix dafür! Wir können uns also zufrieden zurücklehnen, die nächste vorgeschnittene Banane aus der Plastikverpackung nehmen, einen Take Away Kakao schlürfen und zufrieden aus dem Fenster blicken, auf das schöne Österreich.


Das sind FAKE NEWS?!?! Humanoide Roboter gibt es gar nicht? WIR sind SELBER schuld am Dreck? Kann nicht sein oder?

Begonnen hat alles beim Radio. Knapp 20 Jahre lang war Gerald Fleischhacker als Moderator on air, bei der Antenne Steiermark ebenso wie bei Radio Wien und beim Hitradio Ö3. Parallel dazu ist Gerald Fleischhacker seit vielen Jahren für diverse TV-Sender tätig: Einerseits vor der Kamera als Moderator der Erfolgssendung „Bist Du Deppert!“, aber auch hinter der Kamera als Autor und Konzeptionist für ORF, Servus TV oder PULS 4.

Seit vielen Jahren ist Gerald Fleischhacker auch als Solo Kabarettist erfolgreich. Egal ob mit seinen Solo Programmen in Österreich oder als Gast im legendären Quatsch Comedy Club in Berlin!

Mag. Nikolaus Grissmann, MA, MBA

Geschäftsführer der Grizzly Creative GmbH

Wir arbeiten seit 4 Jahren bei der Organisation des Red Bull Dolomitenmann mit der ARA zusammen, um die Aktion „Reinwerfen statt Wegwerfen“ sowie ein nachhaltiges Eventkonzept umzusetzen. Gerade beim Red Bull Dolomitenmann, wo eine unberührte Natur die Bühne des internationalen Outdoorsports darstellt, ist es für uns wichtig so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen und diese durch unsere Tätigkeiten auch nicht zu belasten. Die rund 40.000 Zuseher vor Ort, teilweise an den Hot Spots, teilweise im hochalpinem Gelände sowie bei den zwei OpenAir Konzerten hinterlassen natürlich Müll, den wir gemeinsam mit der ARA und einem ausgeklügelten Trennkonzept fachgerecht entsorgen. Zusätzlich werden die Besucher auf die bewusste nachhaltige Trennung hingewiesen, um so vor Ort ein Maximum an Rohstoffen in den Kreislauf der Wiederverwertung zuzuführen aber auch das Bewusstsein der Besucher zu schärfen, wie wichtig Mülltrennung ist. 

Natürlich ist bekannt, dass wir in Österreich „Mülltrennweltmeister“ sind, und wir somit auch ein bisschen stolz auf unsere Leistungen in diesem Bereich sein dürfen. Da ich im Laufe der letzten Jahre diverse Sportveranstaltungen im Ausland beraten durfte, habe ich aber gesehen, dass der bewusste Umgang mit Abfall nicht selbstverständlich ist, obwohl wir ihn oft für selbstverständlich halten. Eine unberührte Natur, die Möglichkeit aus Bächen und Seen zu trinken oder darin zu schwimmen sowie eine saubere Natur, fast überall wohin man geht, das ist eines der Markenzeichen Österreichs und das wird in Zukunft, in einer Zeit wo global Ökonomie vor Ökologie gestellt wird, ein unbezahlbares gut für uns Österreicher sein.

Meine Reisen führten mich unter anderem nach Georgien, zum Fuße des Kasbek, einem wunderschönen Ort mit Gletscherfluss und unberührter Natur, doch auf den zweiten Blick musste ich erkennen, dass der Fluss und die Felder die Mülltonnen des Ortes sind. Hier gibt es weder Infrastruktur noch Bewusstsein für Mülltrennung, und wenn in Zukunft die Naherholung und der Tourismus in diesen Ländern vermehrt nachgefragt werden, muss alles entsorgt werden und teilweise irreparable Schäden der Natur, durch unkontrolliertes Entsorgen von Müll, müssen dann akzeptiert werden. Ähnlich war es in China, in der Provinz Gouizhou, dort waren die Repräsentationsplätze sauber, aber in den Nebenstraßen, Wäldern und Flüssen wurde alles an Unrat reingeworfen, was nicht mehr benötigt wurde. Bei einem Besuch einer chinesischen Delegation in Osttirol trauten die Mitglieder ihren Augen nicht, als ich am Berg Wasser aus einem Gebirgsbächlein trank, so etwas ist für die Menschen aus vielen Länder nicht nur kurios, sondern aufgrund der Umweltverschmutzung schlichtweg unvorstellbar.

Bei allem was ich die letzten Jahre sehen durfte, zeigt sich mir immer mehr, eine saubere Gesellschaft steht für eine aufgeklärte Gesellschaft, die weiß wie wichtig es mittelfristig sein wird im Einklang mit der Natur zu leben. Hier kommt Österreich eine Vorreiterrolle zu und anstatt sich auf den Lorbeeren des Trennweltmeisters auszuruhen, sollte es viel mehr zum Ansporn genommen werden noch mehr für Mülltrennung, Ressourcenschonung und Umweltschutz zu tun, um Österreich auch in Zukunft als einen der schönsten Flecken der Welt zu erhalten!

Als Geschäftsführer der Grizzly Creative GmbH ist Nikolaus Grissmann seit 10 Jahren im Bereich digitaler Lösungen für nationale und internationale Kunden, vor allem in den Bereichen Consulting, Strategieentwicklung und Programmierung, tätig. Darüber hinaus zeichnet er als Hauptverantwortlicher für die Durchführung des Extremsportevents Red Bull Dolomitenmann, das mittlerweile seit 29 Jahren zu einem der weltweit bekanntesten Events in diesem Bereich zählt, verantwortlich. Sein größter Antrieb ist die ständige Innovation, die laufende Verbesserung von Prozessen und die erfolgreiche Einbindung von digitalen Lösungen in Unternehmen. In seiner Freizeit liebt er es in der Natur zu sein, wo er seine Kraft schöpft, ganz egal ob spazierend mit seinem Hund, wandernd in den Bergen oder doch mit Freunden auf einer Golfrunde. 

Dip. -Ing. Markus Linhart

Der Bürgermeister der Stadt Bregenz über "Sauberes Bregenz"

Bregenz ist eine schöne und saubere Stadt. Das ist und bleibt sie aber nicht von alleine. Auch die täglichen Bemühungen von Bauhof und Stadtgärtnerei reichen nicht aus, das attraktive Ortsbild und den hohen Lebenswert für Einheimische und Gäste zu erhalten. Dazu braucht es Toleranz und Rücksichtnahme von uns allen. Angelpunkt ist eine verträgliche Nutzung des öffentlichen Raumes. 


Und da nichts so gut ist, dass es nicht noch verbessert werden könnte, hat Bregenz Anfang 2016 unter dem Titel „I luag uf di“ eine Kampagne gegen den sorglosen Umgang durch Littering etc. gestartet. Bei dieser Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung ging es darum, den Menschen klarzumachen, dass der öffentliche Raum allen gehört und – ähnlich den eigenen vier Wänden – wie ein zweites Zuhause betrachtet werden muss. Dazu wurden kurze Videoclips mit zum Teil recht unkonventionellen Inhalten gedreht und publiziert, die zum Schmunzeln und Nachdenken anregen. Da geht es zum Beispiel um den achtlosen Umgang mit Abfall, um zer­schlagene Glasflaschen und gefährliche Scherben am Seeufer, um die Verwendung von Hausecken oder Unterführungen als „öffentliche Toiletten“, um das Ausspucken von Kau­gummis oder um Hundekot. Auch große Plakate und eine Interview-Serie mit städtischen Mitarbeitern aus den Bereichen Bauhof und Stadtgärtnerei gehören dazu. 


Wir alle machen also den Unterschied. Entscheidend ist, ob unser Denken und Handeln durch Verstand und Herz geleitet wird oder nicht. Der Kampagnen-Titel „I luag uf di“ heißt: Wenn jede und jeder auf sich selbst, mit respektvoller Rücksichtnahme auf die anderen und schließlich auf die Stadt als Ganzes schaut, profitieren alle davon. 

 

Besonders freut uns, dass unsere Bemühungen jetzt auch belohnt wurden – und zwar durch einen Sonderpreis für Kreativität, den wir im Rahmen der Auszeichnung „Sauberste Region Österreichs“ von der Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ der Altstoff Recycling Austria erhalten haben. Wie in der Jury-Bewertung festgehalten wird, rege unsere Anti-Verschmutzungs-Kampagne Menschen mit viel Witz dazu an, sich außerhalb der eigenen vier Wände genauso zu verhalten wie zuhause. Auch der Wert der Arbeit des Bauhofes, der Stadtgärtnerei und damit der Stadtverwaltung als Ganzes sieht die Jury entsprechend verdeutlicht. Das freut uns natürlich sehr und animiert auch, in diesem Sinn weiterzumachen.

Dipl.-Ing. Markus Linhart wurde 1959 geboren und studierte von 1978 bis 1984 Elektrotechnik an der TU Wien. Sein beruflicher Weg führte ihn 1985 zur Vorarlberger Illwerke AG nach Bregenz und 1990 in die Geschäftsführung des Vereins Technikum Vorarlberg, der späteren Vor­arlberger Fachhochschule, nach Dornbirn. 1995 stieg er als Stadtrat für Wirtschaft in die Bregenzer Kommunalpolitik ein. 1998 erfolgte seine Wahl zum Bregenzer Bürgermeister. In diesem Amt wurde er bei den nachfolgenden Direktwahlen 2000 bis 2015 bestätigt.

Erika Rogl

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Kals am Großglockner über das Projekt "Saubere Berge"

 

 

Seit kurzem bin ich Bürgermeisterin der Gemeinde Kals am Großglockner, der Gemeinde, die am höchsten Berg Österreichs liegt und von wo aus wohl die meisten Besteigungen durchgeführt werden, zunehmend auch im Winter.

Im Jahr 1800 wurde von Heiligenblut aus die Erstbesteigung möglich - von Kals am Großglockner dann im Jahre 1854. Nur wenige beherzte Alpinisten haben damals dem Bergsport gefrönt. Mit kargen Mitteln wurden Touren geplant und durchgeführt – daher auch wenig bis gar kein Müll zurückgelassen. Jahr 2016: Unzählige Sauerstoffflaschen, Dosen, Kartuschen und Müll liegen am höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest, der durch frühere Expeditionen stark vermüllt wurde. Mit Gesetzen und Strafen wird heute versucht diesem Missstand Abhilfe zu schaffen.

Das Projekt „Saubere Berge“ liegt unserer Gemeinde sehr am Herzen, da mit steigenden Besucherzahlen auch die Verschmutzung zunimmt. Nicht jedoch mit Strafen wollen wir arbeiten, sondern mit Aufklärung und gutem Vorbild.

So arbeitet derzeit eine größere Arbeitsgruppe am Projekt „Glocknerwinkel“, bei dem in nächster Zeit die Infrastruktur am Hot Spot des Eintrittes zum Nationalpark Hohe Tauern verbessert werden soll. Moderne WC-Anlagen, Info-Points und eine Aussichtsplattform beim Parkplatz Lucknerhaus sollen dem Besucher die Naturschönheiten vor Augen führen. Wir werben mit gesunder und reiner Natur, saubere Luft und Wasser sind zukünftig die wahren Reichtümer, das kann jeder bezeugen, der sich in Ländern aufgehalten hat, in denen dies nicht zur Selbstverständlichkeit gehört. Und damit diese Schönheit und Reinheit erhalten bleibt, sind wir alle gefordert. 

Wenn wir das Packen der Jause für unsere Wanderung schon als Teil des Bergerlebnisses sehen, uns schon dabei überlegen was wir mitnehmen und ob wir damit Müll verursachen, ist schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gesetzt. Trinkflaschen statt PET Flaschen, herkömmliche Brotdose statt plastikverpackte Nahrung, Apfel statt Power Nahrung – wenn dann noch Lebensmittel von den heimischen Landwirten auf dem Speisezettel steht, dann ist die Jause „nachhaltig“. Ideal, wenn am Ende der Wanderung nur ein benutztes Taschentuch in der Jacke übrig bleibt.

Mein Appell: Schütze die Natur, begegne ihr mit Respekt und Wertschätzung und lass keinen Müll liegen.Dafür danke ich herzlich! 

Erika Rogl

Bürgermeisterin von Kals am Großglockner

Parteifreie Bürgermeisterin seit den Wahlen am 28. Feb. 2016, im Gemeindedienst seit 1999 mit Begeisterung und wechselnden Funktionen tätig. Die Gemeinde ist mit 180 km² eine der größeren Tiroler Gemeinden, 2/3 der Fläche liegen im Nationalpark Hohe Tauern, Haupterwerb: Tourismus und Landwirtschaft.

Mag. Martin Krumschnabel

Der Bürgermeister der Stadt Kufstein über die "Sauberste Region Österreichs 2015"

Nachdem Kufstein den Titel als „Sauberste Region Österreichs“ erworben hat, waren die Reaktionen aus der Bevölkerung geradezu überwältigend. Zunächst einmal war es schon erfreulich, wie viele Bürgerinnen und Bürger sich in den Bewerbungsprozess eingeschaltet haben und bereit waren, für „ihre Stadt“ ein positives Votum abzugeben. Es hat sich bereits in dieser Phase gezeigt, dass es der Bevölkerung etwas wert ist, wenn Kufstein mit diesem Thema positiv abschneiden kann.

Letztlich wird jede Initiative in die Richtung von mehr Umweltschutz auch nur dann erfolgreich sein, wenn sie nicht nur von der Politik gepredigt wird, sondern wenn sie auch von der Bevölkerung mitgetragen wird. Es hat sich in diesem Zusammenhang bestens bewährt, dass wir nicht nur von der Stadt her die organisatorischen und materiellen Voraussetzungen dafür geschaffen haben, dass beispielsweise eine hervorragende Straßen- und Stadtreinigung sowie eine schöne Bepflanzung organisiert wird oder dass wir entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten in der Stadt und in einem modernen Recyclinghof bieten, sondern dass wir schon von den Schulen und Kindergärten an die Richtung eingeschlagen haben, die Bevölkerung aktiv in diesen Prozess einzubinden. Durch Vorträge bei unseren jüngsten Bürgerinnen und Bürgern wird bereits das Bewusstsein für dieses Thema geschärft und ist schon der jungen Generation der Wert einer sauberen Gemeinde bewusst. Besonders erfolgreich ist unsere jährliche Müllsammelaktion, bei der Kufsteiner Vereine mit hunderten Teilnehmern einen Tag lang die Umgebung von Kufstein durchstreifen und aus dem Wald und aus Gewässern all jenen Müll entfernen, den weniger achtsame Bürger dort entsorgt haben. Schon dabei entsteht die Diskussion darüber, wie man denn nur so eine gestörte Einstellung zu seiner Umwelt haben  kann, dass man seine überflüssigen Besitztümer im Wald entsorgt. 

All diese Aktionen laufen bereits seit mehreren Jahren und haben dafür gesorgt, dass ein sehr gesundes Bewusstsein für die Umweltproblematik in unserer Stadt entstanden ist. Anders geht es auch nicht, Bürger müssen es auch für sich als einen Wert ansehen, dass ihre spezielle Gemeinde sauber und aufgeräumt ist und dann werden sie auch die von der Kommune zur Verfügung gestellten Entsorgungsmöglichkeiten gerne und nachhaltig nutzen.

Die Freude der Kufsteiner Bevölkerung hat sich umgehend natürlich auch auf die Politik übertragen und ich konnte bei der Verleihung des Preises mit ehrlichem Stolz meine Gemeinde repräsentieren und mich für diese großartige Auszeichnung bedanken. Die Aktion hat meine vollste Unterstützung und ich freue mich auch darüber, dass die Initiative dazu nicht von der Politik gekommen ist, sondern von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Gemeinde, die diesen Gedanken bereits verinnerlicht haben - nämlich Kufstein sauber zu halten und auch dafür zu sorgen, dass dies über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt wird. 

Ich wünsche der Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ weiterhin viel Erfolg!

Mag. Martin Krumschnabel
Bürgermeister der Stadt Kufstein

Februar 2016

Mag. Martin Krumschnabel, im Zivilberuf Rechtsanwalt, ist seit dem Jahr 2010 der erste Parteifreie Bürgermeister der Stadt Kufstein. Kufstein ist die zweitgrößte Stadt in Tirol mit über 20.000 Einwohnern. Seine politischen Schwerpunkte sind Familien- und Bildungspolitik, vor seiner Zeit als Bürgermeister war er als Obmann des Bauausschusses für die Gemeinde tätig.

Dipl.-Päd. Franziska Olischer

Stadträtin für Abfallwirtschaft in Mödling, Niederösterreich

Als wir vor vielen Jahren in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Mödling die Aktion „Mödling. Die saubere Stadt“ ins Leben gerufen haben, war noch nicht abzusehen, welch unglaublich positive Dynamik sich entwickeln sollte. Die vielen Aktionen zur Müllvermeidung wurden von unseren BürgerInnen, der Gemeinde, Schulen und Institutionen wunderbar mitgetragen und stetig weiterentwickelt.

Höhepunkt und großartiger Lohn für alle gemeinsamen Anstrengungen war die Wahl Mödlings zur „Saubersten Region Österreichs 2014“. Im Rahmen eines großen Festaktes gratulierte sogar Bundespräsident Dr. Heinz Fischer per Videobotschaft herzlich!

Ich möchte Ihnen im Folgenden einen kurzen Überblick der vielfältigen Aktivitäten von „Mödling. Die saubere Stadt geben“:

In allen Mödlinger Pflichtschulen wurde ein flächendeckendes Müll-Trennsystem mit professioneller Einschulung etabliert und damit schon unsere Kinder und Jugendlichen mit ins Boot geholt. Weiters kommen in Mödling modernste Unterflur- und Solarpress-Container  zum Einsatz, die Müll-Inseln im gesamten Stadtgebiet wurden modernisiert und möglichst lärmschonend gestaltet.

Mit der Einführung des eigenen Mödlinger Mehrweg-Bechers - der beispielsweise bei Großveranstaltungen wie dem Mödlinger Fasching höchst erfolgreich zum Einsatz kommt – wurden Tonnen von Müll eingespart und die Umwelt spürbar entlastet.

Im Rahmen der Aktion „Rund um den Hund - für ein besseres Miteinander von Mensch und Tier“ konnte eine verstärkte Sensibilität für das Wegräumen der Hinterlassenschaft unserer vierbeinigen Freunde erreicht werden. Zusätzlich sind seit einiger Zeit die österreichweit einzigartigen Mödlinger „Dogwatcher“ im Einsatz. Die Dogwatcher strafen nicht, sondern helfen, klären auf und sorgen freundlich, aber bestimmt für eine weitere Verbesserung des Klimas zwischen HundebesitzerInnen und hundelosen Mitmenschen in unserer Stadt.

Aber auch für das Jahr 2015/16 setzten wir mit dem Schwerpunkt „Lebensmittel sind kein Abfall“ einen weiteren wichtigen Akzent in Richtung Nachhaltigkeit und Müllvermeidung. Tonnen von genießbaren Lebensmitteln landen leider auch in vielen Mödlinger Mülltonnen. Mit speziellen Rezepten, Tipps und Tricks rund um die Restl-Verwertung wollen wir auf die Problematik aufmerksam machen und die Menschen zum nachhaltigeren Einkauf und Umgang mit ihrem Essen anregen.

All diese Aktionen wären ohne Unterstützung der Firma Mödlinger Saubermacher sowie des Abfallverbandes Mödling  (GVA Mödling) einfach nicht möglich. Dafür möchte ich auch an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön sagen.

In diesem Sinne: Es gibt noch viel zu tun, packen wir’s auch weiterhin an!

Herzlichst, 
Ihre STR Franziska Olischer

November 2015

Seit ihrem Studium an der Pädagogischen Akademie in Baden (1981) ist Franziska Olischer mit Begeisterung Lehrerin. Seit fast 16 Jahren ist sie nun bereits an der Schule für Wirtschaft und Technik in Mödling tätig und unterstützt Jugendliche auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden und bei der schwierigen Aufgabe der Berufsfindung. 2005 wurde sie  Stadträtin in Mödling und ist für  Personalangelegenheiten (rund 350 Bedienstete),  Abfallwirtschaft und Stadtreinigung zuständig.

Daniel Hupfer

Beachvolleyball Profi

Als Beachvolleyball Profi übe ich meinen Beruf, wie viele andere Sportler, in der freien Natur aus. Die Beachvolleyball Courts werden dabei zumeist direkt am Strand oder auf Wiesenflächen errichtet – Stadien oder andere bauliche Sportstätten kommen kaum zum Einsatz. Das bedeutet, auch die Infrastruktur muss zur Gänze geschaffen werden, das Thema Littering ist vom Aufbau bis zum Abbau präsent. Allzu oft gibt es hier Engpässe in Bezug auf die grundsätzliche Entsorgung des anfallenden Abfalls und in weiterer Folge hinsichtlich der Trennung. Zumeist fehlen schlichtweg eine ausreichende Anzahl sowie genügend große Abfallbehälter.

Für mich als Sportler war und ist es immer wichtig, möglichst gering in das Ökosystem, auf dem ich laufe und springe, einzugreifen. Die Veränderungen in der Sandfläche, die wir durch unseren Sport verursachen, werden über Nacht entweder durch den Wind oder auch durch eine  größere Welle wieder verwischt. Mit zurückgelassenem Abfall sieht es da schon etwas anders aus. Über die Jahre als Profi habe ich schon die unglaublichsten Abfälle im Sand entdecken müssen – von Glasflaschen über diverse Plastikverpackungen bis hin zu Nägeln oder einer Eisenstange war schon so ziemlich alles dabei. In den letzten Jahren merke ich aber gleichzeitig, dass das Bewusstsein stärker und das Thema „Littering“ ernster in Angriff genommen wird – auch, wenn das von Kontinent zu Kontinent sehr unterschiedlich sein kann.

Viele Turnierorte setzen auf Pfand, weniger Verpackung oder Verpackungsmaterialien aus Papier. Zudem findet man immer öfter Trenninseln. Genügend Abfallbehälter zu haben ist neben der Bewusstmachung das wichtigste Instrument, um Littering in den Griff zu bekommen. Denn die beste Bewusstseinsbildungs-Kampagne bringt nichts, wenn die entsprechende Infrastruktur nicht vorhanden ist und die Menschen keine Möglichkeit zur Entsorgung haben.

Mein Team-Partner Julian Hörl und ich unterstützen die Anti-Littering Kampagne „Reinwerfen statt Wegwerfen“ als Beachvolleyball Team Hupfer/Hörl gleich aus zwei Gründen. Zum einen ist uns das Thema ein persönliches Anliegen, zum anderen sind wir der Meinung, dass Littering gerade im Beachvolleyball Sport verheerende Folgen haben kann für die Ökosysteme, in denen wir uns bewegen. Somit hängen die Zukunft und vor allem die hohen Sympathiewerte von Beachvolleyball an einem sorgsamen Umgang mit diesem Thema.

Juli 2015

Daniel Hupfer, geb. 1983 in Wels (OÖ), begann bereits im Alter von 9 Jahren mit dem Volleyballsport. Nach seiner Matura in Wels studierte er „Medientechnik und Design“ an der Fachhochschule Hagenberg. Gleichzeitig hat sich auch der Wunsch in Richtung Profi-Beachvolleyball zusehends verstärkt, was nach Abschluss des Bakkalaureats zu einem Wechsel nach Wien auf den Nationalteam-Stützpunkt für Beachvolleyball geführt hat. Seit 2006 ist Daniel Hupfer als Profispieler unterwegs. Die größten Erfolge gab es dabei bisher in den Jahren 2009 und 2010, in denen er gemeinsam mit Paul Schroffenegger bis in die Top 40 der Weltrangliste vorstoßen und bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2009 die Bronzemedaille gewinnen konnte. Seit 2014 bildet er gemeinsam mit Julian Hörl ein Team. Neben der Karriere als Profisportler ist Daniel Hupfer im Bereich Motivation und Coaching von Jugendlichen, Arbeitssuchenden und Mitarbeitern diverser Unternehmen tätig. Zudem leitet er seit 2015 die Brandsetter OG, eine Agentur für Marketing, Sports und Events.

Dr. Thomas Weninger

Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes

 

 

Abfallvermeidungsinitiativen und Bewusstseinsbildungs-Aktionen sind in unseren Städten eines der wichtigsten Themen. Alle Maßnahmen, die verhindern, dass Abfall überhaupt entsteht, schonen unsere immer knapper werdenden Ressourcen. Da immer mehr Menschen in die Städte ziehen und nicht zuletzt auch immer mehr Abfall produzieren, müssen wir uns für die Zukunft intelligente Systeme und Konzepte als Antworten überlegen.

Wir alle wollen, dass unsere Städte auch in Zukunft lebenswert und leistbar bleiben. Dafür müssen wir alle auch etwas beitragen! Wir müssen unseren natürlichen Ressourcenverbrauch drastisch minimieren und auf eine erneuerbare und umweltfreundliche Lebensweise setzen. Unterstützt durch den sinnvollen Einsatz neuer Technologien und durch soziale und organisatorische Innovationen, können wir das gemeinsam schaffen.

Lassen Sie mich an dieser Stelle noch eines sagen: Österreichs Städte sind das Rückgrat der Nation, sie bieten Tag für Tag Dienstleistungen auf höchstem Niveau: bestes Trinkwasser, die Entsorgung von Abwasser oder Müll, Kinderbetreuung, Schulen, Kultureinrichtungen, Öffentlichen Nahverkehr und vieles mehr. Auch in den letzten - wirtschaftlich schwierigen Jahren - ist es gelungen, diese Leistungen in unverminderter Qualität aufrechtzuerhalten.

Dies war eine große Leistung!

Gut funktionierende Städte sind die Grundlage unseres Wohlstandes und die Chance, Herausforderungen wie Bevölkerungszuwachs, Umwelt- und Klimaproblematik oder globalen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft aktiv zu begegnen.

Thomas Weninger, geb. 1963 leitet seit Ende 2006 das Generalsekretariat des Österreichischen Städtebundes. Er studierte Politikwissenschaften an der Universität Wien und startete seine berufliche Laufbahn am Institut für Höhere Studien (IHS). 1994 wechselte er in die Magistratsdirektion der Stadt Wien und war zuletzt stellvertretender Leiter im Büro für „Europäische Integration und Wissensmanagement“. Zwischen 2003 und 2004 war Weninger Magistratsdirektionsleiter des Referats „Wissensmanagement und Koordination“, bis er Ende 2004 an die Spitze der Magistratsabteilung 27 wechselte, wo er für die EU-Strategie und Wirtschaftsentwicklung in der Geschäftsgruppe Finanzen, Wirtschaftspolitik und Wiener Stadtwerke verantwortlich zeichnete. Der heutige Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Das Christkind

Weltmarktführer in Geschenkedistribution und -logistik

Vor gar nicht allzu langer Zeit – also so im 16./17. Jahrhundert – war mein Job noch viel einfacher. Es gab weitaus weniger Kinder zu beschenken und die Wünsche waren leicht zu erfüllen. Einmal Schuhe für den Franzi und vielleicht einen Schal für die Gerti – schon war die ganze Familie zufrieden. Heute gibt es so unglaublich viele und unterschiedliche Wünsche, da kann man schon einmal den Überblick verlieren… pfffhhh... Aber was rede ich: Das ist natürlich wahnsinnig toll für die Kinder! Wenn ihre herzigen Äuglein beim Öffnen der Geschenke immer größer werden und strahlen, dann hat sich der ganze Aufwand gelohnt.

Nur was oftmals danach passiert, macht mich ein wenig traurig. Da nehmen nämlich die Eltern das ganze Verpackungsmaterial – durch die Vielfalt an Geschenken kommt schon einiges zusammen - und werfen alles in den gleichen Abfallkübel. Ohne zum Beispiel das Papier von den Plastikverpackungen zu trennen. Das muss doch nicht sein.

Und weil wir gerade beim Thema sind. Könnt ihr euch vorstellen, wie schwierig es ist, ungesehen in jede Wohnung zu gelangen? Da muss ich durch Wälder und Gärten huschen, über Zäune und Mauern durch den Hinterhof in die Häuser kommen. Und da denke ich mir schon manches Mal, was denn da alles so an Abfällen auf der Erde liegt – echt jetzt. Wenn zu Weihnachten wieder einmal kein Schnee liegt, der alles überdeckt, ist das kein schöner Anblick. Dann rennen mir die Waldelfen immer die Türe ein, und beschweren sich bei mir. Aber was soll ich da tun? Hab ja selbst genug am Hut! Also ehrlich, ich besuche lieber Gegenden, die ihre Umwelt sauber halten. Das macht einfach mehr Spaß. (Für Beschwerden über das Weihnachtswetter bin ich übrigens die falsche Person).

Das sieht auch mein Kollege aus Amerika, der Weihnachtsmann, so. Er beschwert sich immer, dass seine Rentiere irgendeinen herumliegenden Müll fressen während er sich durch die Schornsteine quetscht.

Obwohl ich ja die einzige Person auf Erden bin, die keinen Wunsch ans Christkind stellen kann, äußere ich trotzdem einen: Haltet eure Umwelt sauber, werft eure Abfälle in die richtigen Behälter – nicht nur zu Weihnachten, aber da besonders!

Psst… nicht verraten: Eigentlich kenn ich mich mit diesen Dingen ja gar nicht aus, ich bin ja nur…

Euer Christkind

Geboren vor langer, langer Zeit. Ledig. Keine Geschwister. Ist seit dem 16. Jahrhundert – in vielerlei Gestalt – für Weihnachtsfreuden zuständig. Hat eine fertige Ausbildung zum Projektmanagement absolviert. Ausgedehnte Reisetätigkeiten auf der ganzen Welt. Hervorragende Menschenkenntnis. 95%ige Wunscherkennungs-Garantie. Stressresistent, omnipräsent und multifunktional.

Etienne Takvorian

Geschäftsführer der Event- und Werbeagentur EIGHTBALL trading & communication

Seit 2014 ist die ARA mit der Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ starker Partner unserer Agentur EIGHTBALL für die Eventserie Beach Summer Games beginnend mit dem Surf Worldcup in Podersdorf am See.

Für uns ist das Thema Umwelt ein essenzielles, da knapp 35.000 Besucher an sieben Veranstaltungstagen einiges an Müll hinterlassen. Da wir in einem wunderbaren und bedeutsamen Ökosystem wie dem Neusiedlersee nicht die geringste Spur hinterlassen möchten, sind wir froh, auch in Zukunft eng mit „Reinwerfen statt Wegwerfen“ zusammen zu arbeiten. Es geht uns dabei nicht darum, einfach nur den Müll zu sammeln und dann irgendwo zu verbrennen oder abzuladen, es geht uns um eine bewusste nachhaltige Trennung, um die Abfälle dem Kreislauf der Wiederverwertung zuzuführen.

Jetzt bietet diese Kooperation nicht nur die Möglichkeit, vor Ort „schnell mal bewusst sauber zu machen“, sondern informiert unsere Besucher knapp und kompetent, welchen Beitrag jeder für eine gesunde Umwelt leisten kann. Schlagworte wie Nachhaltigkeit, Naturbewusstsein und Verantwortung stehen dabei im Vordergrund. 

Als Naturliebhaber ist es mir eine Herzensangelegenheit, hier aktiv zu werden und unsere Eventserie maßgeblich darauf auszurichten, so gut es geht umweltschonend zu agieren und eine möglichst breite Plattform für den Natur- & Umweltschutz zu bieten. 

Um einen Einblick in die Müllproblematik eines Events zu bekommen, möchten wir nur einige der Faktoren für eine mögliche „Übermüllung“ innerhalb kürzester Zeit auflisten:

Jeder einzelne Sponsor baut seinen eigenen Messestand auf, jedes kleinste Detail ist extra in Karton & Plastik verpackt. Es wird geklebt, lackiert und geschraubt und innerhalb von 2-3 Tagen steht ein komplettes Tradevillage mit Unmengen an angefallenem und unsortiertem Müll.

Ab Beginn des Events werden tausende Give-aways verteilt, jedes einzelne natürlich extra verpackt. Laufend konsumiertes Essen & Getränke verursachen Berge an Plastik und Papier und umso später der Abend desto achtloser wird dieser Abfall leider von unseren Gästen weggeworfen.

Diesem Thema müssen wir von Anfang an begegnen und mit Hilfe unserer Partner möglichst effizient und einfach in den Griff bekommen. Denn nur wenn „Reinwerfen statt Wegwerfen“ jeder versteht und in den Köpfen der Leute nicht als „kompliziert“ wahrgenommen wird, funktioniert Müllvermeidung & Umweltschutz.

Als Geschäftsführer der Event- & Werbeagentur EIGHTBALL trading & communication ist Etienne Takvorian seit Jahren für nationale und internationale Kunden im Bereich des Below-the-line Marketings tätig. Eine der Kerntätigkeiten der Agentur liegt im Veranstaltungsmanagement und so etablierte die Agentur 2014 erfolgreich die Beach Volleyball Eventserie "Beach Summer Games" in Österreich.



Als großer Natur- & Tierliebhaber begann er 1998 das Studium an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, musste aufgrund einer plötzlich aufgetretenen Tierallergie jedoch nach zwei Jahren leider abbrechen.



Nach langjähriger Tätigkeit in der Intersport Holding AG wechselte er in den Event- & Werbereich und ist seitdem gerade bei Outdoorevents & Festivals immer mit dem Thema Umweltschutz & Müllvermeidung/-trennung konfrontiert.



Als Segler & Windsurfer verbringt er, wenn es der Job & die Familie erlaubt, viel Zeit am Wasser. 

Dem zweifachen Vater ist es eine Herzensangelegenheit, seinen Teil für eine intakte Umwelt für die nächste Generation zu leisten.

MMag. Ursula Messner

Leiterin der Abteilung Kommunikation beim ÖAMTC

Ob auf Straßen, Fußgänger-, Rad- oder Wanderwegen: Wo Menschen unterwegs sind, fällt oftmals Müll an. Damit Mobilität in Österreich jedoch in sauberer Umgebung möglich ist, unterstützt der ÖAMTC aus Überzeugung die Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“. Ziel der Kooperation im Sommer war für uns eine Bewusstseinsbildung bei den Menschen, die bestenfalls zu einer Verhaltensänderung führt – und damit zu mehr Sauberkeit auf Österreichs Straßen. Deshalb machten wir unsere Besucher an den Stützpunkten und Fahrtechnik Zentren mit mobilen Müllsackerln auf das Thema Littering aufmerksam. Über 30.000 "mobags" (mobile bags) lagen für mehrere Wochen gratis bereit. Und das rechtzeitig zur Urlaubszeit, in der meist längere Fahrten anstehen – auf denen bekanntlich durch Proviant, Getränke usw. einiges an Müll im Auto anfällt.

Im Zuge der Zusammenarbeit mit "Reinwerfen statt Wegwerfen" wurde auch eine Studie zur Problematik ‚Müll auf Verkehrswegen‘ durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass erfreulicherweise fast jedem Befragten saubere Verkehrswege wichtig sind und sich eine große Mehrheit vom Müll im Straßenbild gestört fühlt – eigentlich eine perfekte Ausgangslage, um Littering  gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein enttäuschendes Ergebnis jedoch gab es bei einer anderen Frage: Mehr als jeder Zweite gestand, seine Zigaretten über das Autofenster zu entsorgen. Was die meisten vermutlich nicht wissen: Bis zu zwei Jahre kann es dauern, bis ein Tschickstummel vollständig verrottet ist. Und die häufig bei Autofahrten verwendeten PET-Flaschen verrotten de facto sogar nie. Umso wichtiger scheint es, die Notwendigkeit einer ordentlichen Müllsammlung und anschließendem Recycling von während der Fahrt anfallendem Müll zu betonen.

Auch innerhalb des Clubs achten wir stets auf die Schonung der Umwelt und gehen sorgsam mit Ressourcen um. So gibt es bereits seit 1989 eigene Umwelt- und Sicherheitsbeauftragte für alle Stützpunkte. Sie ergreifen vor Ort Maßnahmen im Bereich Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Abfallwirtschaft. Im Jahr 2003 setzte der ÖAMTC mit der Umweltzertifizierung des Stützpunktes Langenzersdorf (gemäß ISO14001 und EMAS) einen bedeutsamen Schritt in Richtung umweltbewusstes Unternehmen. Der ÖAMTC war europaweit der erste Automobilclub, der ein Umweltmanagementsystem eingeführt hat und dies extern begutachten ließ. 

Die Welt von heute ist mobil – und wir bekennen uns zur grenzenlosen Mobilität, so umweltgerecht wie nur möglich. Wir sind bemüht, in allen Anliegen unterstützend zur Seite zu stehen, die unsere Umgebung sauber halten möchten. Uns geht es besonders darum, über Alternativen zu informieren und zu deren Nutzung anzuregen. Sollte das fruchten, kann jeder Einzelne einen Beitrag zur umweltschonenden Mobilität leisten. 

September 2014

Ursula Messner ist seit Oktober 2012 Leiterin der Abteilung Kommunikation beim ÖAMTC. Zuvor war sie u.a. als Marketing & Communication Director für CARE Österreich und als Bereichsleiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit sowie als Pressesprecherin für das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) tätig. Darüber hinaus arbeitet sie seit mehr als 15 Jahren als Lektorin im Wirtschaftsbereich, u.a. an den Europa Wirtschaftsschulen und an der Werbeakademie Wien. Die gebürtige Kärntnerin studierte Handelswissenschaften und Psychologie.

Gregor Schlierenzauer

Skispringer

In der Stadt ist man Kummer leider gewohnt, aber am Land, draußen in der Natur, abseits der sogenannten Zivilisation, dort wo man so gar nicht damit rechnet, selbst dort wird es schlimmer und schlimmer. Leergut - ob Plastik, Glas oder Blech, Zigarettenpackungen und -überreste, Chips-Tüten - immer wieder stolpert man über Dinge, die hier definitiv nicht hergehören und die aus purer Faulheit, um nicht zu sagen Dummheit, liegengelassen werden.

Das stinkt zum Himmel und ärgert mich gewaltig.
Es ist offensichtlich in Mode geraten, seine Spuren zu hinterlassen, dabei wäre es so einfach. Wenn jeder vor seiner eigenen Türe kehrt, reinwirft und nicht wegwirft, wären wir einen großen Schritt weiter.

Das Thema saubere Umwelt kann jeder positiv beeinflussen, Müllentsorgung tut ebenso wenig weh, wie Mülltrennung - ganz im Gegenteil, es fühlt sich sogar sehr gut an. Ich weiß wovon ich spreche.

Ein sauberer Lebensraum geht uns alle an und tut uns allen besser.
Darum bitte Reinwerfen statt Wegwerfen, Wachrütteln und unbedingt sauber bleiben. Jeder ist gefordert, unsere Generation besonders, schließlich wollen wir unsere Umwelt auch noch in der Pension genießen.

Dankeschön,
Euer
Gregor Schlierenzauer 

August 2014

Gregor Schlierenzauer wurde am 7. Jänner 1990 in Tirol geboren. Schon bald war klar, dass der kleine Überflieger hoch hinaus will – und zwar auf die Skisprungschanze. Bereits mit 16 Jahren wurde er Juniorenweltmeister, kurz darauf kam er im Weltcup zum Einsatz. Seit der Saison 2006/07 ist er aus dem österreichischen Skisprung-Team nicht mehr wegzudenken. Mittlerweile hat der 24-jährige 50 Weltcup-Siege in der Tasche, mehrere Olympia-Medaillen aus Vancouver und Sotschi sowie viele Gold- und Silbermedaillen von Weltmeisterschaften, und ist somit der erfolgreichste Skispringer der Weltcupgeschichte. Seit Herbst 2013 ist Gregor Schlierenzauer Botschafter der Anti-Littering-Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ und setzt sich für eine saubere Umwelt und korrekte Mülltrennung ein.

Mag.(FH) Julia Huber

Gedanken der Projektleiterin

Ich war schon immer eine sehr ordnungs- und sauberkeitsliebende Person.
Dass Menschen ihren Abfall einfach auf den Boden „fallen lassen“, hat mich von jeher richtig geärgert, und ich kann das bis heute absolut nicht nachvollziehen (wiewohl mir nicht zuletzt aufgrund unserer Studien und Untersuchungen die vermeintlichen Gründe bekannt sind).

War mein Weg vorgezeichnet? Vermutlich. Rückblickend möchte ich fast meinen, nicht ich habe mich für diese Aufgabe empfohlen, sondern Plüschi (so nennen wir intern unser Maskottchen, das zu einem Imageträger unserer Kampagne wurde) hat mich gefunden.

Als ich vor mittlerweile über zwei Jahren die Projektleitung von „Reinwerfen statt Wegwerfen“ antrat, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet – und zwar in keinerlei Hinsicht. Allerdings hätten allzu viele konkrete Vorstellungen und Erwartungen wenig gebracht – ich wäre wohl niemals auf die Idee gekommen, dass eines Tages Gregor Schlierenzauer das Gesicht unserer Kampagne ist oder bei jedem Sieg unseres Nationalteams unsere Maskottchen eine Ehren-Runde mit unserer Elf durch’s Stadion drehen. Und, dass wir so viel positive Unterstützung und aufrichtigen Zuspruch aus allen Ecken Österreichs und von derart unterschiedlichen Personen, Unternehmen und Institutionen erfahren – das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausmalen können

Dass Österreichs Wirtschaft dieses Projekt finanziell und mit viel Engagement unterstützt, ist ein einzigartiges Commitment für ein sauberes Österreich, um das uns viele Länder beneiden.

Für mich stellt dieses übergreifende, bedingungslose an einem Strang ziehen aller Beteiligten die größte Bereicherung dar und motiviert mich und all meine Mitstreiter jeden Tag auf’s Neue, uns mit vollem Einsatz einer litteringfreien und unsere Ressourcen wertschätzenden Zukunft zu widmen.

Auch, wenn das Ziel, durch Bewusstseinsbildung in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen eine nachhaltige Verhaltensänderung zu erzielen, noch lange nicht erreicht ist, so blicke ich dennoch äußerst zufrieden auf die letzten beiden Jahre zurück. Es ist uns in jedem Fall gelungen, die Themen Anti-Littering, Abfallvermeidung, korrekte Mülltrennung sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt und unseren Ressourcen zahlreichen Menschen näherzubringen. Durch die bewusste und meiner Meinung nach vollkommen richtige Entscheidung für eine Positiv-Kampagne konnten wir bei den Menschen für das - zugegebenermaßen nicht besonders sexy - Thema Anti-Littering Aufmerksamkeit und gesteigerte Sensibilität schaffen.

Viel wurde erreicht, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns. Dem blicke ich – gestärkt durch die Erfahrungen und Unterstützung aus der Vergangenheit – mit viel Optimismus und Vorfreude entgegen!

In diesem Sinne: ein aufrichtiges Dankeschön aus ganzem Herzen Euch allen, die Ihr „Reinwerfen statt Wegwerfen“ schon jetzt zu einem einzigartigen Erfolgsprojekt gemacht habt – und Happy Birthday, Plüschi! Auf ein weiteres, mindestens genauso erfolgreiches und intensives Jahr in Deinem noch jungen Anti-Littering-Leben!

Mai 2014

Nach ihrem berufsbegleitenden Studium an der Fachhochschule für Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung und 4 Jahren Tätigkeit bei der Österreich Werbung wechselte Julia Huber zur schwedischen Unternehmensberatung Mercuri Urval, bevor sie im Juli 2009 bei der Altstoff Recycling Austria AG als Vorstandsassistentin anfing. Seit Anfang 2012 ist sie zudem Projektleiterin der Anti-Littering-Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“.

Guido Tartarotti

Ich behaupte das jetzt einfach so, ohne statistische Absicherung. Ich behaupte es, weil ich es sehe. Mistmachen ist eine der menschlichen Hauptbeschäftigungen. Mistmachen kann jeder Amateur. Mistwegräumen können komischerweise nur die Profis in der orangen Arbeitskleidung.

Der Umgang mit Mist ist der ultimative Charakter- und Intelligenztest. Schade eigentlich, dass so wenige die täglich neu gebotene Chance wahrnehmen, diesen zu bestehen. Wer seinen Dreck ins Gemüse haut, anstatt in die dafür vorgesehenen Behältnisse, beweist a) charakterliche Überforderung, denn er mutet anderen die Ausscheidungen seines Haushalts zu. Er beweist b) aber auch angewandtes Trotteltum, denn den eigenen Lebensraum zu beschmutzen ist ausgesprochen blöd.

Manche entwickeln die Idiotie auch zur eigenen Kunstform.

Beispiel 1: Ein Sportplatz, irgendwo in  NÖ. Jeden Abend übersäht von Plastikflaschen, Papiermüll, leeren Chipspackerln. Hinweisschilder helfen natürlich nichts. In einem gut gemeinten Akt des Entgegenkommens stellt die Gemeinde daraufhin Müllcontainer direkt neben die Spielfläche, einen für Plastik, einen für Glas, einen für Papier. Ergebnis: Die Container sind immer leer, der Sportplatz bleibt von Müll übersäht.

Beispiel 2: Der Müllplatz einer Wohnhausanlage. Dort hängt ein Schild, wonach neben den Containern deponierter Sperrmüll nicht mitgenommen werde. Eines Tages platziert jemand – besondere Raffinesse! – einen schweren Abfallkorb aus Beton neben die Container (einen Mistkübel in den Mistkübel zu hauen, das geht sich offenbar nicht aus). Dieser Betonmistkübel wird nicht nur nicht abgeholt, sondern von den Bewohnern fleißig mit Müll befüllt, der seinerseits nicht abgeholt wird, weil er sich ja nicht in den Containern befindet. Der Müll wird täglich mehr und wird eines Tages das gesamte Universum bedeckt haben.

Warum machen Menschen so gerne Mist? Weil sie damit sagen wollen: Ich war hier. Ich habe gelebt. Ich mülle, also bin ich.

Februar 2014

Guido Tartarotti wurde, ohne vorher um Erlaubnis gefragt worden zu sein, am 23. Mai 1968 zur Mödlinger Welt gebracht. Seine Eltern sind Lehrer, und das prägte ihn: Im anerzogenen Wunsch, stets korrekt und dialektfrei zu sprechen, glaubte er bis in die Pubertät, Vösendorf heiße eigentlich Felsendorf.

Nach der Matura studierte Guido Tartarotti Geschichte, um seine Eltern in Sicherheit zu wiegen, entschied sich aber für den Berufsweg "Popstar" und wurde rasch im Grenzgebiet von Maria Enzersdorf und Gießhübel weltberühmt. Als er in einer Probenpause bemerkte, dass er sich keine neuen Gitarrensaiten leisten konnte, wurde er im Nebenberuf Journalist. Die Probenpause hält seit mehr als 20 Jahren an - die Probe könnte aber jederzeit wieder aufgenommen werden.

1990 begann er in der KURIER-Chronikredaktion. 1994 wurde er Leiter der Medienredaktion, ein Jahr darauf auch der Kulturredaktion. Beide Positionen legte er 2004 zurück, um wieder mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Tartarotti ist heute Theater- und Popmusikkrititiker, unter dem Pseudonym "guitar" Autor der Glosse auf Seite 1 des KURIER und Kolumnist. "ÜberLeben" erscheint jeden Samstag in der KURIER-FREIZEIT: Kürzestgeschichten vom Pannenstreifen des Alltags.

Guido Tartarotti hat zwei Kinder, 4000 CDs (Barock bis Death Metal), nach wie vor keine Bohrmaschine und immer noch jede Menge blöder Ideen.

Mag. Ursula Riegler

Unternehmenssprecherin bei McDonald’s Österreich

In wenigen Wochen – sollte der Schnee in diesem Winter jemals kommen – werden die Frühjahrs-Putzaktionen der Straßenmeistereien, der Umweltinitiativen der Gemeinden und Länder starten. Spätestens dann wird der Grund für alle „Reinwerfen statt Wegwerfen“- und ähnlichen Aktionen wieder gut sichtbar. Verpackungsmaterialien und andere Dinge, die im Straßengraben landen. Dort, wo sie absolut nichts verloren haben.

Was tut McDonald’s, um hier einen Beitrag zu leisten? Können wir überhaupt unsere Gäste beeinflussen, ihr Verhalten zu verändern? Ganz provokant gefragt: Ist es richtig, immer wieder „hinterherzuräumen“ und damit zu signalisieren: „Wirf weiter weg, wir räumen für dich auf“?

Ich bin überzeugt, dass jeder seinen Beitrag leisten muss, um einen besseren Umgang mit Abfällen zu schaffen. Dies beginnt bei der Produktion von Materialien. Hier gilt bei McDonald’s seit über 20 Jahren: Vermeiden – verringern – verwerten. Konkret heißt das, dass wir fortlaufend unsere Verpackungsmaterialien optimieren: Weniger Materialeinsatz, mehr recyclbare und mehr recyclte Stoffe und die Umsetzung eines Verwertungskreislaufes bei so vielen Materialien als möglich. Seit 21 Jahren arbeiten wir in Österreich mit McRecycle, einem eigenen Trenn- und Verwertungssystem, mit dem über 90% der Materialien wiederverwertet werden. Mehr dazu auf www.mcdonalds.at in unserem Nachhaltigkeitsbericht. Selbst Frittieröl wird wiederverwertet, als Biodiesel für die LKW unseres Logistikpartners sowie externer Partner. 

Zurück zu den Verpackungsmaterialien. Wir bitten unsere Gäste über Kommunikation im Restaurant („Mülle grazie!), Verpackungen zurückzubringen, um sie zu recyclen. Wir sammeln mehrmals täglich alles, was an Abfall rund um unsere Restaurants – und das ist zu einem großen Anteil Fremdmaterial – auf der Wiese entsorgt wird, ein. Wir unterstützen große Initiativen wie den „Steirischen Frühjahrsputz“ oder die Aktionen des Umweltressorts Wien (Mehr zu beiden hier auf der Seite), die Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“, aber auch viele kleine lokale  Aktionen. 

Alle haben ein gemeinsames Ziel, daher macht es auch Sinn, Kräfte zu bündeln und gemeinsam lauter zu sein. In diesem Sinne arbeiten wir auch seit einigen Jahren mit dem Fachverband der Österreichischen Fahrschulen österreichweit zusammen. Ziel ist hier, zu einem Zeitpunkt, an dem man das richtige Verhalten im Straßenverkehr trainiert, sich auch das richtige Verhalten in puncto Entsorgung einzuprägen. Indem wir aufklären, warum es wichtig ist, dass jeder Einzelne sich richtig verhält. Indem es die Fahrlehrer in den Fahrschulen aber auch in den Praxisunterricht einbauen und damit nachhaltig verankern.

„Reinwerfen statt Wegwerfen“ geht uns alle etwas an. Auch wenn wir selbst korrekt entsorgen. Es muss gelingen, eine ähnliche Bewegung aufzubauen wie zu Beginn der Mülltrennung in Österreich: Wegwerfen ist nicht mehr cool. Reinwerfen ist viel cooler.

Jänner 2014

Mag. Ursula Riegler ist seit Mai 2009 Unternehmenssprecherin bei McDonald’s Österreich und für die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens verantwortlich. In ihren Aufgabenbereich fallen sämtliche Kommunikationsagenden sowie die stragische Planung, Bündelung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens.

Zuvor war Riegler bereits neben dem Studium in Salzburg in einer PR-Agentur tätig und wechselte 2002 in das Regierungsbüro von Landesrat Sepp Eisl in der Salzburger Landesregierung.

Johann Seitinger

Umweltlandesrat Steiermark

Die Steiermark verfügt über ein gut funktionierendes Müllverwertungs- und Entsorgungssystem. Trotzdem werden noch immer Gegenstände und Abfälle achtlos weggeworfen und in der Natur zurückgelassen („Littering“).

Es ist mir ein persönliches Anliegen, die Schönheit der Steiermark auch für kommende Generationen zu erhalten. Daher müssen wir wieder vermehrt darauf aufmerksam machen, dass jedes achtlos weggeworfene Stück Müll eines zu viel ist. Wir müssen auch weiterhin bei der Bewusstseinsbildung der SteirerInnen ansetzen. Der Große Steirische Frühjahrsputz ist seit Jahren eine Erfolgsgeschichte für breite Bewusstseinsbildung im besten Sinne. Aktionen zu „Stop Littering“ sollen Aufmerksamkeit erzeugen, zum Nachdenken anregen und hoffentlich auch das Wegwerfverhalten der SteirerInnen positiv beeinflussen. Denn verantwortungsvolles Handeln jeder/jedes Einzelnen stellt sicher, dass wir auch morgen noch in einer sauberen Steiermark leben dürfen!

Der große steirische Frühjahrsputz hat sich über die letzten Jahre zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte entwickelt. Eine Erfolgsgeschichte, von der alle profitieren. Die sich jährlich steigernden Rekordzahlen hinsichtlich Beteiligung und gesammelter Müllmenge sprechen eine deutliche Sprache.

So ist die Beseitigung von knapp 350 Traktorfuhren voll Müll steiermarkweit viel mehr als ausschließlich Bewusstseinsbildung, wenngleich diese einen überaus wichtigen Inhalt der Aktion „Frühjahrsputz“ darstellt.

Der Frühjahrsputz hat vor allem auch einen immens hohen gesellschaftlichen, sozialen und kommunikativen Stellenwert und Nutzen. Jung und Alt gehen aufeinander zu, werden miteinander aktiv, arbeiten gemeinsam auf dasselbe Ziel hin: eine saubere, müllfreie Steiermark! Besonders beeindruckend ist die Vielzahl an Menschen und Organisationen, die den Frühjahrsputz unterstützen und mittragen. Hier passiert breite Bewusstseinsbildung im besten Sinne.

Diese Aktion macht Jahr für Jahr ausdrücklich darauf aufmerksam, dass das Zurücklassen von Abfällen in der Natur einfach nicht gesellschaftsfähig sein darf. Die Kosten, um die in der Umwelt verstreuten Abfälle einzusammeln und der Entsorgung zuzuführen, sind beträchtlich. Ganz abgesehen vom wirtschaftlichen Faktor führt die Verunreinigung der Landschaft nicht nur zur optischen Beeinträchtigung unserer schönen Naturlandschaft, auch ökologische Beeinträchtigungen können die Folge sein.

Ein weiteres Kapitel der steirischen Erfolgsgeschichte im Bereich der Abfallvermeidung ist die Steiermark-Wein-Flasche. Die Steiermark-Weinflasche ist ein einzigartiges Markenzeichen für die Identität der steirischen Qualitätsweine. Mit der Wiederverwendung der Flasche wurde ein wichtiger Schritt in Richtung Umweltverantwortung und Nachhaltigkeit gesetzt. Wir setzen hier beim Bewusstsein des qualitätsorientierten Konsumenten an und fördern seine Eigenverantwortung. Schließlich geht es um fünf Millionen Flaschen pro Jahr, die wieder verwendet werden könnten. In der Projektlaufzeit seit November 2011 sind wir unserem Ziel, die Wiederbefüllung der Steiermark-Flasche auf 50 Prozent zu steigern, ein großes Stück näher gerückt. Die Genießer steirischer Qualitätsweine haben die Möglichkeit zur Rückgabe der Steiermark-Flasche sehr gut angenommen. Dieses Pilotprojekt ALLWEG-Steiermark-Flasche hat voll eingeschlagen und wurde auch im Juni 2012 im Rahmen der Europäischen Woche zur Abfallvermeidung (EWWR - European Week for Waste Reduction) in Paris mit dem Europapreis für Abfallvermeidung ausgezeichnet.

Der Autor: Landesrat Johann Seitinger ist seit zehn Jahren Mitglied des Regierungsteams der steirischen Landesregierung und zuständig für die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Wohnbau, Abfallwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Daten und Fakten zur Abfallwirtschaft in der Steiermark:

  • 17 Abfallwirtschaftsverbände
  • 64 Deponien
  • 425 Sammelzentren
  • 8 Verbrennungs- bzw. Mitverbrennungsanlagen
  • 111 Kompost-, Biogas- und Klärschlammbehandlungsanlagen
  • 39 Behandlungs- und Aufbereitungsanlagen
  • Gesamtrestmüllaufkommen in der Stmk: 125,4 kg/EW. bzw. 151.415 Tonnen im Jahr 2010 (ohne Sperrmüll) bzw. 194.000 Tonnen (inkl. Sperrmüll)

November 2013

Mag.a. Claudia Kinzl

Geschäftsführerin Jugend-Umwelt-Plattform JUMP

In der jüngsten Vergangenheit kursierten in den Medien so manche Studien über die österreichische Jugend. „Die Jugendlichen stecken in der Krise“, „…sind apolitisch“ (vgl. "Eine Generation verhinderter Spießer"), „…resignieren bei Umweltthemen“ (vgl. "Österreichs Jugend resigniert in Sachen Klimaschutz") und sind anscheinend diejenigen, die nur noch geldgierig und selbstsüchtig durch die Welt laufen. Ergebnisse von oft nicht repräsentativen Befragungen einzelner Jugendgruppen wurden von Meinungsforschern großzügig auf die gesamte österreichische Jugend übertragen.

Diese besagte Jugend gibt es allerdings nicht. Jugendliche aus Stadt oder Land, armen oder reichen Verhältnissen, integriert oder zugewandert haben oft die unterschiedlichsten Zukunftsvorstellungen. Eine Vereinheitlichung der Jugend wie in diesen Fällen erscheint nur populistisch und polemisch.
Die aktuelle Mikrozensus-Studie der Statistik Austria aus dem Jahr 2013 belegt, dass das Hausmüll-Trennverhalten der Jugendlichen und jungen Menschen im Alter von 16-30 Jahren – ähnlich wie beim österreichischen Durchschnitt – sehr hoch liegt. In vielen Bereichen der Mülltrennung besteht bereits eine hohe Bereitschaft und Akzeptanz gegenüber der Notwendigkeit. Bewusstseinsbildung an Schulen wirkt sich hierbei seit vielen Jahren positiv auf das Verhalten aus.

Und ja – es gibt aber auch Bereiche, in denen noch Handlungsbedarf besteht. Das Thema Müll- und Müllvermeidung wurde z.B. bei Musikfestivals in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema. Zig Tonnen an Bierdosen sowie Flaschen bis hin zu Zelten und Sofas bleiben jedes Mal am gesamten Festival-Gelände zurück. Aus diesem Grund kooperiert die Jugend-Umwelt-Plattform JUMP mit dem „Green-Festival-Vorreiter“ Beatpatrol und großen Veranstaltern wie dem Frequency Festival, um auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Und der Erfolg kann sich sehen lassen. Allein heuer wurden gemeinsam mit einem Volunteers-Team auf dem Frequency Festival 1.500 Leute direkt angesprochen und 60.000 Liter Müll durch die BesucherInnen selbst gesammelt. DIE Jugendlichen waren dabei oft kooperativer als DIE Erwachsenen. Deren Rechtfertigung war u.a. „das ist mein einziger Urlaub im Jahr und da möchte ich auch herumsauen können.“

Die oft populistischen Aussagen über „DIESE selbstsüchtige Jugend von heute“ sind vielmehr Spiegelbild unserer heutigen Gesellschaft und nicht nur bei den Jugendlichen vorzufinden. Etwas daran ändern können aber nur DIE Erwachsenen.

Oktober 2013

Mag.a. Claudia Kinzl, Jhg. 1982. Vorsitzende und Geschäftsführerin der Jugend-Umwelt-Plattform JUMP (seit 2011). Studium der Ökologie an der Universität Wien (2000-2007), Natur- und Landschaftsführerin (LFI NÖ),  AMS-Trainerin (group Austria), Lehrgang AAP® für Stimm- und Sprechtechniken (Katrin Haugeneder), Leiterin Jugend-Umwelt-Netzwerk der Katholischen Jugend Österreich (2008-2011), Mitarbeiterin Arge Vegetationsökologie und Landschaftsplanung (2006-2008), davor Tätigkeiten beim WWF.

Bernhard Heinzlmaier

tfactory Trendagentur
Agentur für Jugendmarketing
Markt- und Meinungsforschung GmbH

Ökologische Themen sind gegenwärtig bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht sehr gefragt. Der Hauptgrund für das Desinteresse an der Ökologie liegt wohl daran, dass heute alle für sie eintreten, von der politischen Rechten bis zur politischen Linken, von den Zeugen Jehovas bis zur gesellschaftlich irrelevanten atheistischen Splittergruppe.

Die Alltagsrolle, die den Menschen heute das höchste Ansehen verspricht, ist die des Individualisten. Für eine gelungene individualistische Selbstinszenierung bietet der gegenwärtig herrschende ökologische Kollektivismus, der alles und alle umfasst, keine Chance. Wenn alle in die gleiche Richtung wollen, dann ist sie für den Individualisten uninteressant. Denn der Individualist will alleine stehen, will das Besondere, das Einzigartige auf der Bühne des Alltags repräsentieren.

Wenig hilfreich ist es auch, dass die Ökologie aufgrund ihrer Vermassung zum zentralen Thema der politischen bürgerlichen Mitte geworden ist. Und so wird sie heute von bis zur Unerträglichkeit adretten GrünpolitikerInnen, die aussehen, als würden sie dreimal die Woche beim Innenstadtfriseur sitzen, und zünftigen Bauernbündlern, die so aufregend wie eine auf der Alm friedlich weidende Kuhherde sind, vertreten. Den ökologischen Überzeugungen ist aufgrund der Langweiligkeit derer, die sie vertreten, der Pepp abhanden gekommen.

Und natürlich ist die richtige Entsorgung von Müll auch langweilig. Die vielen Behältnisse, in die der vorsortierte Müll geworfen werden soll, lassen eine Atmosphäre der Kleinlichkeit aufkommen. Man sieht immer den an Pflicht- und Akzeptanzwerten ausgerichteten Kleinbürger vor sich, der bei der Mülltrennung genau so stoisch und monoton seine Pflicht erfüllt, wie er es an seinem verbeamteten Arbeitsplatz tut. Der erfolgreiche Performer und der mode- und körperbewusste Styler sind viel zu flott, zu locker, zu nonchalant, um sich mit solchen lächerlichen Details des alltäglichen Lebens zu beschäftigen. Und darüber hinaus zahlt er ja genügend Steuern. Also warum um alles in der Welt sollte er sich auch noch um seinen eigenen Dreck kümmern, wenn 2/3 seines Einkommens über dem Grenzsteuersatz von 43 Prozent liegen? Fast die Hälfte des hart verdienten Geldes an den Staat abführen müssen und dann noch von dem Aufgaben aufgebrummt bekommen, die eigentlichen die seinen sind?

Was kann man nun tun, um aus dieser dilemmatischen Nische des langweiligen Kollektivismus herauszukommen? Na keinesfalls mit der altertümlichen Überzeugungsrhetorik. Wer in unserer Zeit mit dem Appell an die kollektive Vernunft und an den Gemeinsinn den demoralisierten Bürger zu einer Gemeinschaftshandlung bringen will, der hat die wichtigste Lektion noch nicht gelernt, und die besteht darin, dass die überwiegende Zahl der Menschen heute in erster Linie in ihrer kleinen Lebenswelt lebt und die großen staatlichen Systemzusammenhänge ausgeblendet hat. Sie übernehmen Verantwortung für Familie und enge Freunde, nicht aber für das große Ganze. Wenn sie sich bewegen lassen, dann durch das Spektakel, das heißt durch dramatische Aktionen, die etwas bisher völlig Langweiliges, wie zum Beispiel den Gesellschaftstanz – siehe Dancing Stars – zu einem Glamour-Ereignis machen, bei dem man zudem, wie im alten Rom, prominente Gladiatoren hochjubeln oder total hinunterdissen kann. Und dann noch der eigene Vorteil. Man muss die Frage der BürgerInnen nach dem persönlichen Nutzen beantworten können. Und wie kann der Nutzen aussehen? Er muss substanziell sein, in der Art wie: Wer seinen Müll richtig entsorgt, der bezahlt weniger Steuern oder bekommt Freikarten für Dancing Stars.

September 2013

Bernhard Heinzlmaier ist ehrenamtlicher Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien und Hamburg. Hauptberuflich leitet er die tfactory-Trendagentur in Hamburg.

Studium der Geschichte, Germanistik, Psychologie, Philosophie. 1988 bis 2000 Geschäftsführer des Österreichischen Instituts für Jugendforschung. 1990 bis 1992 Studienleiter für Markt- und Meinungsforschung bei Consent Wien. 1992 bis 1995 Geschäftsführer der Werbeagentur CNC. 1997 Gründung der tfactory Trendagentur in Wien. Seit 2000 Geschäftsführer der tfactory Trendagentur Deutschland mit Sitz in Hamburg.

Bernhard Heinzlmaier ist u.a. wissenschaftlicher Projektleiter der Studie „Gesundheitsförderung in der Zielgruppe Jugend: Gesundheitsbewusstsein und Gesundheitsstile bei 14- bis 25-jährigem Event-Publikum“, Co-Projektleiter des Dritten Berichtes zur Lage der Jugend in Österreich sowie Studienleiter der tfactory-Eigenstudien TIMESCOUT (seit der 1. Welle i.J. 2001).

Zahlreiche Fachpublikationen, darunter: „Jugendkultur-Guide“ (öbvhpt, 2002), „50 Jahre Shell Jugendstudie. Von Fräuleinwundern bis zu neuen Machern“ (Ullstein, 2002), „Die neuen vor Bilder der Jugend. Stil- und Sinnwelten im neuen Jahrtausend“ (G&G, 2007).
Gerade erschienen: „Performer, Styler, Egoisten. Über eine Jugend, der die Alten die Ideale abgewöhnt haben (Archiv der Jugendkulturen Verlag, 2013).
In Vorbereitung: Generation Ego: Die Werte der Jugend im 21. Jahrhundert (Promedia Verlag, Oktober 2013.

Universitäre Lehraufträge an der Popakademie in Mannheim, am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Innsbruck, an der FH Joanneum in Graz, sowie am Internationalen Journalismus Zentrum des Departments für Wissens- und  Kommunikationsmanagement der Donau Universität Krems und am Department für politische Kommunikation der Donau Universität Krems mit Lehrgängen in Krems und Köln.

Arbeitschwerpunkte:

Jugendpolitik, Freizeitforschung, jugendkulturelle Trends, Zielgruppenkommunikation, Lifestyleforschung

Dr. Bertram Barth

Geschäftsführender Gesellschafter
INTEGRAL Markt- und Meinungsforschung

Eigentlich ist alles klar. Alle wollen saubere Straßen und Plätze. Alle legen Wert darauf, dass die Müllsammlung und –trennung funktioniert. Trotzdem sind wir vom idealen Zustand noch weit entfernt. Woran liegt das?

In unseren Meinungsumfragen sehen wir regelmäßig den Widerspruch zwischen allgemeinen Erwartungen und dem persönlichen Engagement. So wird z.B. immer wieder der Hundekot auf den Straßen als Ärgernis erwähnt, von Hundebesitzern und Nichtbesitzern gleichermaßen. Viele Hundebesitzer leiden unter der Hinterlassenschaft fremder Hunde. Nur nicht unter der des eigenen. Zuerst müssen alle anderen regelkonform handeln, dann erst macht es Sinn, wenn man selbst was tut, sagen viele.

„Sinn“ ist hier das Schlüsselwort. Subjektiver Sinn entsteht auf der Basis von Grundüberzeugungen und Wertvorstellungen des jeweiligen Sozialen Milieus, dem man sich zugehörig fühlt. Mit dem sozialwissenschaftlichen Milieubegriff sind Gruppen Gleichgesinnter gemeint, Menschen, die sich hinsichtlich ihrer Werte, Lebensziele und Lebensführung ähneln.

Die Altstoff Recycling Austria AG hat die Integral Marktforschung beauftragt, das Mülltrennverhalten nach Sinus-Milieus zu untersuchen. Die Sinus-Milieus sind ein prominentes und vielfältig verwendetes Modell der Sozialen Milieus. In Österreich wurden sie 2001 erstmals definiert und 2011 grundlegend überarbeitet. Sie beschreiben die österreichische Gesellschaft anhand von zehn Großgruppen. Die Ergebnisse unserer Studie sind eindeutig: Der beste Erklärungswert für unterschiedliches Mülltrennverhalten kommt aus der Milieuzugehörigkeit. Trennung macht etwa Sinn für Postmaterielle (die das gesamtgesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein hoch halten) oder für die Bürgerliche Mitte (die viel Wert auf Regelbefolgung legt). Sie macht weniger Sinn für die Digitalen Individualisten (die primär mit ihrer Selbstinszenierung als Lifestyleavantgarde beschäftigt sind).

Und, obwohl es sehr typische, bundesländerspezifische Unterschiede gibt: Quer durch Österreich ist es das Milieu der Hedonisten, das am wenigsten trennt. Die Hedonisten umfassen ca. ein Zehntel der österreichischen Bevölkerung. Sie sind primär spaß- und lustorientiert und stark momentbezogen. Wesentlich ist für sie die Abgrenzung vom Mainstream und von der „Spießergesellschaft“. Wenn die „Spießer“ unbedingt trennen wollen, sie sind da sicher nicht dabei.

Ganz falsch wäre es nun, den moralischen Zeigefinger zu heben. Denn gerade von der Moral des Mainstreams wollen sich die Hedonisten ja bewusst abgrenzen. Vielmehr geht es darum, sie in ihrer Sprache, mit für sie attraktiven Bildern, mit Bezug auf ihre Werte, die Sinnhaftigkeit der getrennten Müllsammlung zu argumentieren. Und Mülltrennung witzig zu inszenieren und in einen akzeptablen Kontext zu stellen.

August 2013

Bertram Barth studierte Psychologie und Völkerkunde und promovierte zum Thema „Einfluss des Fernsehens auf die Wahrnehmung der Alltagswirklichkeit“. Seit 1985 als Marktforscher tätig, kam er 1992 zu INTEGRAL und ist dort seit 1996 Geschäftsführer. Seine Forschungsschwerpunkte sind Internet und neue Kommunikationsformen, Individualisierung, Werte und Lebensstile, Marktsegmentation und Marktprognosen. Seit der Übernahme der Anteilsmehrheit am deutschen SINUS Institut 2009 fokussiert Bertram Barth wieder stärker auf die Lebensweltforschung und die milieuspezifische Alltagsgestaltung.

Ulli Sima

Wiener Umweltstadträtin

Der beste Müll ist der, der erst gar nicht entsteht, so das Credo der Wiener Abfallwirtschaft. Daher setzen wir in der Millionenstadt Wien im Rahmen der Initiative "natürlich weniger Mist“ seit vielen Jahren auf aktive Abfallvermeidung. Im nächsten Schritt beschäftigen wir uns intensiv mit dem Müll, der sich nun mal nicht vermeiden lässt – und dabei setzen wir auf strenge Müll-Trennung, um die wertvollen Altstoffe weiterverwerten zu können. Zentral ist uns natürlich, dass der Müll dort landet, wo er hingehört: in den über 200.000 Altstoffcontainern, in den Restmülltonnen, auf den Mistplätzen und im öffentlichen Raum ganz einfach in den vielen öffentlichen Mistkübeln. Am Angebot mangelt es dabei sicher nicht, haben wir doch über 24.000 Mistkübel auf den Straßen und in den Parks stehen. Sie sind auch nicht zu übersehen – sticht die orange Banderole auf den Kübeln der MA 48 mit der Nummer des Misttelefons sofort ins Auge. Versehen haben wir sie vor wenigen Jahren auch noch mit auffälligen lustigen Sprüchen, die dazu animieren sollten, den Mist ordentlich zu entsorgen: „Ganz Wien bleibt clean!“ oder „Ihre Papiere bitte!“ oder „Tag- und nachtaktiv!“ und etliche andere Sprüche, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MA 48 stammen und von den WienerInnen ausgewählt wurden.

Top-Angebot und strenge Kontrollen durch die WasteWatcher

„Die Straße ist kein Mistkübel“ – mit einem weiteren Slogan versuchen wir schließlich, die Autofahrerinnen und Autofahrer davon zu überzeugen, ihren Müll gefälligst nicht aus dem Fenster zu werfen. Und natürlich setzen wir neben breiter Bewusstseinsbildung und top-Angebot zur ordnungsgemäßen Entsorgung auch auf strenge Kontrollen. Die WasteWatcher sind in ganz Wien unterwegs und ahnden die Sauberkeitsverfehlungen. Mit Erfolg! Minus 68 Prozent illegal abgestellte Kühlgeräte, minus 31 Prozent illegal abgelagerter Sperrmüll, minus 38 Prozent illegal abgestellte Einkaufswagerl, 31 Prozent weniger Tschick-Stummeln auf dem Boden und 47.200 gefüllte Hundekotsackerl täglich in Wiens Mistkübeln – der Erfolg der Sauberkeitsmaßnahmen in Wien in den letzten 5 Jahren ist nicht nur sichtbar, sondern auch klar messbar.

Das heutige Sauberkeitsniveau in Wien ist international vorbildlich und auch die Wienerinnen und Wiener sind sehr zufrieden damit. Das alles ist kein Zufall, sondern wirklich harte Arbeit in allen Zielgruppen. Dieser stellen wir uns natürlich und intensiv. Es ist sehr erfreulich, dass wir mittlerweile viele Partnerinnen und Partner gewinnen konnten, die mit uns gemeinsam daran arbeiten, dass Wien sauber bleibt und der Müll nicht „weggeworfen sondern reingeworfen“ wird.

Stadträtin Sima mit einem Mitarbeiter der MA 48 und MA 48-Chef, Josef Thon. Foto Credits: Houdek
Stadträtin Sima mit einem Mitarbeiter der MA 48 und MA 48-Chef, Josef Thon. Foto Credits: Houdek

Do samma daham! Do ramma zamm

Wirklich erfolgreich ist in diesem Zusammenhang auch unsere jährliche Frühjahrsputzaktion, bei der sich heuer bereits über 17.000 Menschen beteiligt haben. Wir schaffen damit Bewusstsein, denn was man selber einmal geputzt hat, darauf passt man künftig besser auf – sprich, man schmeißt die Dose oder die Flasche nicht mehr unachtsam auf den Boden im Park, sondern in den Mistkübel. Ganze 320 m3 Müll wurden im Rahmen der 2wöchigen Aktion heuer gesammelt und von der MA 48 umweltgerecht entsorgt. Unterstützt wird die Aktion jedes Jahr von viel Prominenz – heuer von Reinhard Nowak, Christoph Fälbl, Willi Resetarits und Gerry Keszler, mit dabei waren auch schon Rapid-Fußballer, McDonald‘s, zahlreiche Vereine, Bezirksvertretungen bis hin zu Redaktionen wie KOSMO und viele mehr.

Host an Tschick?

Wir thematisieren in Sachen Sauberkeit auch jedes Jahr neue Schwerpunkte – relativ „neu im Programm“ sind somit die Tschickstummel, wo es echt tolle Entwicklungen gibt: 45 % mehr Zigarettenstummel als noch vor einem Jahr landen aktuell in den öffentlichen Aschenbechern der MA 48. Gelangten im September 2012 rund 800.000 Glimmstängel pro Woche in die dafür vorgesehenen Aschenbechern, so waren dies im April 2013 bereits knapp 1,2 Millionen Stück. Auf das Jahr 2013 hochgerechnet, werden 61,5 Mio. Tschikstummel ordnungsgemäß entsorgt. Wenn man die Jahre 2009 und 2013 vergleicht, so haben sich die korrekt entsorgten Tschickstummel somit verzehnfacht. Auch das war harte Arbeit, verbunden mit Investitionen: 12.600 von insgesamt 17.300 Papierkörben sind heute mit Aschenrohren ausgestattet, daneben gibt es 800 freistehende Aschenrohre an neuralgischen Punkten wie vor Theatern, U-Bahnausgängen etc., wo keine Aufstellung von Papierkörben möglich ist und auch in den Parks gibt es nochmal über 850 freistehende Aschenrohre und über 100 Papierkörbe mit Aschenbechern. Auffällig ist auch hier das Design: „Host an Tschick?“, so die Frage der Aschenbecher an die Raucherinnen und Raucher. Und diese sind mittlerweilen sehr bereitwillig, diese Frage mit JA zu beantworten und ihren Zigarettenstummel ordnungsgemäß einzuwerfen, statt wegzuwerfen!

Juli 2013