World Cleanup Day: Appell an Eigenverantwortung jedes Einzelnen

Zum World Cleanup Day am 21. September machen sich weltweit tausende Menschen auf, um aufzuräumen. Sie säubern damit nicht nur die Umwelt, sondern machen auf das Problem von achtlos weggeworfenem Abfall in der Natur, auch Littering genannt, aufmerksam. Wie aber sieht die Littering-Situation in Österreich aus? Anlässlich des „Weltaufräumtages“ zieht die Initiative der ARA und Österreichs Wirtschaft „Reinwerfen statt Wegwerfen“ als größte heimische Anti-Littering-Plattform ein Resümee über ihr jahrelanges Engagement: Seit der Gründung der Plattform 2012 wurden über 1.000 Projekte in ganz Österreich gefördert.

Eigenverantwortung und Zivilcourage sind gefragt

Obwohl Österreich im internationalen Vergleich zu den saubersten Ländern zählt, landet noch immer zu viel Müll auf den Straßen, in Gewässern oder auf der Alm. Die Bewusstseinsbildung gegen die Vermüllung der Natur wird daher von der Initiative weiter vehement vorangetrieben. Jede Österreicherin und jeder Österreicher ist aufgerufen, einen Beitrag für eine saubere Umwelt zu leisten.

„Reinwerfen statt Wegwerfen“ appelliert damit an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen und auch an die Zivilcourage, Müllsünder auf ihr Verhalten aufmerksam zu machen. Werner Knausz, Mastermind von „Reinwerfen statt Wegwerfen“ und Vorstand der Altstoff Recycling Austria AG, ARA, findet klare Worte: „Aktionen wie der World Cleanup Day erinnern uns alle daran, dass wir in unserem Engagement nicht nachlassen dürfen. Jede und jeder soll und kann mit dem eigenen Verhalten dazu beitragen, dass Österreich sauber bleibt. Flurreinigungsaktionen stärken die Sensibilität für eine saubere Umwelt sowie korrekte Müllentsorgung. Noch besser ist jedoch der Müll, der gar nicht in der Landschaft landet. Es gibt also auch eine Konsumentenverantwortung, an die wir appellieren.“

2019 bereits über 40 Flurreinigungsaktionen unterstützt

„Reinwerfen statt Wegwerfen“ unterstützte allein heuer bereits 40 Flurreinigungsaktionen: Von kleinen aber feinen Schulaktivitäten bis hin zu großen Events wie dem steirischen Frühjahrsputz oder die von Coca-Cola initiierte Plattform „Wir räumen auf: Miteinand“, bei der sich 325 Gemeinden und über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer engagiert haben. Die Unterstützung reicht von der Ausstattung mit Sammelsäcken, Handschuhen und Greifzangen bis hin zu einer finanziellen Beteiligung.

Insgesamt 1.000 Projekte gefördert

Seit ihrer Gründung vor sieben Jahren hat die Anti-Littering-Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ rund 1.000 Einzelprojekte, Flurreinigungsaktionen und Events unterstützt und leistet damit einen immensen Beitrag zur Bewusstseinsbildung.

Um die Aufmerksamkeit für das Thema zu stärken, setzt „Reinwerfen statt Wegwerfen“ auf die Förderung von bewusstseinsbildenden Maßnahmen und Projekte. Ziel ist es nachhaltig zur Verringerung von Littering beizutragen. Projekte können von allen eingereicht werden: von Unternehmen, Gebietskörperschaften, NGOs, Vereinen, Bildungseinrichtungen oder Abfallberaterinnen und Abfallberatern bis hin zu Einzelpersonen. Um Förderungen kann einfach über die Website www.reinwerfen.at angesucht werden.

Vielschichtiges Littering-Problem

Die Datenlage über Littering ist dünn, aber Fakt ist, dass der mobile Konsum von Essen und Trinken die Vermüllung fördert. „On the go“- und „take away“- Verpackungen landen oft nicht im nächsten Mistkübel, sondern auf der Straße oder in der Wiese. Die Zusammensetzung von Littering ist vielschichtig. Sie besteht aus Zigarettenstummeln, Kunststoffen, Papier und Karton sowie organischen Abfällen und Metall, Lebensmittelverpackungen sowie Getränkegebinden.

Der Verpackungsanteil am Littering wird oft überschätzt: In einer aktuellen Analyse im Rahmen der Aktion „Wir räumen auf: Miteinand!“ von Coca-Cola in Kooperation mit der ARA und anderen Partnern wurde das Sammelmaterial aus 22 Gemeinden in fünf Bundesländern im Jahr 2019 untersucht. Verpackungsabfälle kommen dabei auf 24 Prozent der gesammelten Masse.

Eine Schweizer Studie rät aus verhaltensökonomischen Gründen dazu, die Lösung des Problems nicht an Verpackungen festzumachen, sondern Orte, Konsumsituationen und soziale Umfelder als Auslöser für Littering in den Fokus zu rücken. Flächendeckende Gebühren für Handel oder Industrie, so die Autoren, bergen nämlich die Gefahr, dass sie negative Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten haben könnte – nach dem Motto: „Wir bezahlen jetzt andere dafür, also brauchen wir uns darum nicht mehr zu kümmern.“ Auch das spricht für eine Stärkung der Konsumentenverantwortung.

 

Quelle: Littering in der Schweiz – Studie zur Wirksamkeit von Maßnahmen unter Berücksichtigung verhaltensökonomischer Erkenntnisse, FehrAdvice & Partners AG, Zürich: 2014, http://littering-schweiz.ch/wp-content/uploads/2014/04/Studie_Littering_in_der_Schweiz.pdf