think green - Wir erteilen dem Müll eine Abfuhr!

Gefördert

  • Kooperationspartner: Verein Soziales Wohnhaus Neunkirchen
  • Ort: Neunkirchen, Niederösterreich
  • Datum: 01.02.2014 bis 31.10.2014
  • Datum: 01.02.2014 bis 31.10.2014
  • Personaleinsatz: 30
  • Homepage

Beschreibung

Lebensweg Müll (Müllvermeidung), Zauberberg Reste (Lebensmittelresteverwertung) und Wunderwelt Abfall (kreative Abfallverarbeitung) sind Schwerpunkte.

Der gemeinnützige Verein Soziales Wohnhaus Neunkirchen (SoWo) besteht seit 1989 und ist eine anerkannte Einrichtung der Niederösterreichischen Jugendwohlfahrt. Das SoWo gliedert sich in drei Bereiche: die Jugendwohngemeinschaft mit 24-Stunden-Rundumbetreuung für Jugendliche ab 14 Jahre, das Junge Wohnen, in dem Jugendliche in Einzelwohnungen untergebracht werden ab dem Alter von 16 Jahren und das Betreute Wohnen, das für Personen bis etwa 25 Jahre ein Zuhause bietet. Derzeit werden im SoWo 40 junge Menschen betreut, die alle – aus welchen Gründen auch immer – nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Sozialen Wohnhaus sind in ihrem Aufwachsen nur wenig mit dem Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit konfrontiert worden. Selten besitzt Mülltrennung Wichtigkeit, noch seltener die Müllvermeidung. Oft ist es gar nicht Desinteresse, sondern einfach nur die Tatsache, dass sie nichts darüber wissen. Um zu zeigen, dass sich junge Menschen, die nicht im klassischen Familiensystem aufwachsen, durchaus einen Sinn für Umweltschutz entwickeln und Interesse für Müllvermeidung haben können, startete das Soziale Wohnhaus in enger Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsverband Neunkirchen das Projekt „think green“. Bereits 2013 wurde zu diesem Thema gearbeitet und da es großen Anklang fand, beschloss das SoWo, auch heuer ein neues Projekt zu starten, um noch mehr Nachhaltigkeit erzielen zu können.

 

Ziele / Zielgruppen

Die Ziele sind vielfältig und vor allem auf Nachhaltigkeit angelegt.

1) Die jungen Menschen sollen sensibilisiert werden im Umgang mit der Natur und den vorhandenen Ressourcen.

2) Sie erlangen Techniken zur Müllvermeidung, Mülltrennung und Wiederverwertung.

3) Die jungen Menschen haben gelernt, wie Nahrungsreste gut zu verwerten sind.

4) Sie kennen Techniken und haben gelernt, wunderbare Gebrauchsgegenstände oder Dekorationen aus Abfall herzustellen.

5) Sie können bewusst ihren täglichen Einkauf erledigen.

6) Die jungen Menschen sind Vorbild für neu dazukommende Jugendliche und sollen mit Rat und Tat zur Seite stehen, was in weiterer Folge das Selbstbewusstsein der helfenden Kids steigert und die neuen Kids lernen so eine stabile Säule in Umweltfragen kennen.

7) Der Müllberg und somit die Müllentsorgungskosten im Sozialen Wohnhaus sollen beträchtlich schrumpfen.

8) Die jungen Menschen können ihr Wissen um dieses Thema in sich verankern und können auch nach dem Auszug aus dem Sozialen Wohnhaus ohne fachliche Anleitung weiterhin ein Augenmerk darauf legen.

 

Zeitverlauf / Geplante Vorgehensweise / Erwartete Ergebnisse

Beim Themenschwerpunkt „Lebensweg Müll“ geht es in erster Linie um Müllvermeidung, Mülltrennung und Müllentsorgung. Hier passiert die Bewusstmachung und die Sensibilisierung zu dem Thema. Es geht einerseits um Aufklärungsarbeit (Was kann ich schon bewirken? Wie spare ich Energie? Wie dringend brauche ich Verpackungsmaterialien? Wie trenne ich richtig?), andererseits aber auch um die praktische Durchführung. Wir lernen den Weg der einzelnen Güter und deren Verarbeitung kennen, besuchen den Reinehalteverband „Grüne Tonne“ und legen dort selbst Hand an sowie unseren Partner, den Abfallwirtschaftsverband Neunkirchen, um noch besser den Weg des Mülls verstehen zu können. Außerdem werden wir eine Flurreinigungsaktion durchführen, um so die von jungen Menschen gerne benutzten Freiflächen (Skaterpark, Fußballfeld, Stadtpark) von Abfall zu befreien.

Der Themenschwerpunkt „Zauberberg Nahrungsreste“ behandelt alles rund um Lebensmittel. Beim „Restl verkochen“ erlernen die Jugendlichen hautnah die Lebensmittelabfallvermeidung und lernen Möglichkeiten zur Nahrungsmittelverwertung kennen. Wir beschäftigen uns mit dem richtigen Einkaufen inkl. Vermeidung von Spontankäufen und sogenannten Sonderangeboten, lernen Verkaufspsychologietricks kennen, achten auf Saisonalität und Regionalität und versuchen mit dem Anlegen von Beerenbeeten, einer Kräuterspirale und einigen Beeten im hauseigenen Garten ausgewählte Nahrungsmittel selbst zu ziehen, zum Wachsen zu bringen und zu verwerten. Der bereits im letzten Jahr angelegte Kompost wird uns hier eine wertvolle Hilfe sein. Fragen wie „Warum kaufe ich mehr als ich brauche?“ oder „Was heißt Mindesthaltbarkeit?" finden eine Antwort und der Ölauffangbehälter „Nöli“ findet in den Küchen der Bereiche ein neues Zuhause. Außerdem helfen wir beim SoMa Sozialmarkt mit, um zu sehen, was mit abgelaufenen Lebensmitteln passiert und besuchen die „Team Österreich Tafel“ in Neunkirchen.

Beim Themenschwerpunkt „Wunderwelt Abfall“ geht es um die Verwertung von Abfall durch kreatives Gestalten. So werden Gartenmöbel aus Müllkisten gebastelt, Insektenhotels aus Naturmaterialien und weggeworfenen Ziegelsteinen gebaut und Dekorationen für den Garten gestaltet. Außerdem werden „Danke“ Geschenke für Sponsoren und Freunde, die uns das Jahr über unterstützen, angefertigt. So kann jeder Jugendliche seiner Kreativität freien Lauf lassen und das Thema wirkt auf unterschiedliche Art und Weise.

 

Nachhaltigkeit

Das Projekt wirkt auf verschiedenen Ebenen. In erster Linie natürlich bei den Jugendlichen und den Betreuern selbst, doch wir haben schon selbst miterlebt, wie unsere Jugendlichen ihr Wissen an Freunde und Familie stolz weitergegeben haben und das Erlernte so weit über unsere Einrichtung hinweg weitergetragen werden. Außerdem wirkt es bei den Partnern und bei den Besuchern unseres Hauses, denn überall ist sichtbar, dass zu diesem Thema gearbeitet wird.

Dadurch, dass wir bereits 2013 ein Umweltprojekt auf die Beine gestellt haben, konnten wir uns von der Nachhaltigkeit überzeugen. Wir sind sicher: Wenn etwas auf mehreren Ebenen und in mehreren Generationen nachhaltig ist, dann dieses Projekt.

Zielerreichung

Die jungen Menschen erlangten Kenntnisse im Umgang mit der Natur und den vorhandenen Ressourcen, ebenso erlernten sie Techniken zur Müllvermeidung, Mülltrennung und Wiederverwertung. Sie haben gelernt, wie Nahrungsreste gut zu verwerten sind und aus Abfall Gebrauchsgegenstände, Geschenke und Dekorationen herzustellen. Sie erledigen den täglichen Einkauf bewusster und ihr Wissen rund um das Thema ist nun um ein Vielfaches gewachsen. Bemerkt werden kann dies vor allem in der täglichen Arbeit mit den jungen Menschen und der Tatsache, dass die Müllabfuhr nunmehr immer unsere Tonnen mitnimmt, was sie früher mit dem Hinweis der unsachgemäßen Trennung öfter verweigerte.

Nachhaltigkeit

Aufgrund der drei Säulen und der Tatsache, dass auf unterschiedlichen Ebenen gearbeitet wurden, schätzen wir die Nachhaltigkeit dieses Projektes sehr hoch ein.

Wieviele Personen konnten mit der Aktion erreicht werden: 300

Kosten-Nutzen-Relation

Etwa 30 Angestellte waren die Projektdauer hindurch laufend mit dem Thema beschäftigt und kann daher nicht abgeschätzt werden, wie hoch die Kosten tatsächlich waren, doch es ist wichtig, hier zu investieren: für unsere Umwelt.

Feedback

Die Zusammenarbeit klappte sehr gut und der Austausch war regelmäßig, schnell und sympathisch.