Umwelt geht uns alle an - wir leben im Paradies

Gefördert

  • Kooperationspartner: Verein Soziales Wohnhaus Neunkirchen
  • Ort: Neunkirchen, Niederösterreich
  • Datum: 01.04.2013 bis 31.12.2013
  • Datum: 01.04.2013 bis 31.12.2013
  • Personaleinsatz: 45
  • Homepage

Beschreibung

Jugendliche und junge Erwachsene lernen in diesem Projekt, die Umwelt zu schätzen, indem vor allem Müllvermeidung eine tragende Rolle spielt.

Der gemeinnützige Verein Soziales Wohnhaus Neunkirchen (SoWo) besteht seit 1989 und ist eine anerkannte Einrichtung der Niederösterreichischen Jugendwohlfahrt. Bis zu 40 junge Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht in ihrer Herkunftsfamilie leben können, finden hier ein neues Zuhause.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Sozialen Wohnhaus sind in ihrem Aufwachsen nur wenig mit dem Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit konfrontiert worden. Selten besitzt Mülltrennung Wichtigkeit, noch seltener die Müllvermeidung. Oft ist das gar kein Desinteresse sondern einfach nur die Tatsache, dass sie nichts darüber wissen. Um zu zeigen, dass auch junge Menschen, die nicht im klassischen Familiensystem aufwachsen, durchaus einen Sinn für Umweltschutz entwickeln und Interesse für Müllvermeidung haben können, startete das Soziale Wohnhaus in enger Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsverband Neunkirchen das Projekt „Umwelt geht uns alle an – wir leben im Paradies“. Bereits 2012 wurde zu diesem Thema gearbeitet und da es großen Anklang fand, beschloss das SoWo, es heuer in einen Projektrahmen zu fassen, um noch mehr Nachhaltigkeit erzielen zu können.

Ziele / Zielgruppen
Die Ziele sind vielfältig und vor allem auf Nachhaltigkeit angelegt.

1) Die jungen Menschen sollen sensibilisiert werden im Umgang mit der Natur und den vorhandenen Ressourcen.
2) Sie erlangen Techniken zur Müllvermeidung, Mülltrennung und Wiederverwertung.
3) Sie können bewusst ihren täglichen Einkauf erledigen
4) Die jungen Menschen sind Vorbild für neu dazukommende Jugendliche und sollen mit Rat und Tat zur Seite stehen, was in weiterer Folge das Selbstbewusstsein der helfenden Kids steigert und die neuen Kids lernen so eine stabile Säule in Umweltfragen kennen.
5) Der Müllberg und somit die Müllentsorgungskosten im Sozialen Wohnhaus sollen beträchtlich schrumpfen.
6) Die jungen Menschen können ihr Wissen um dieses Thema in sich verankern und können auch nach dem Auszug aus dem Sozialen Wohnhaus ohne fachliche Anleitung weiterhin ein Augenmerk darauf legen.

Zeitverlauf / Geplante Vorgehensweise / Erwartete Ergebnisse

Aufklärung
Im April 2013 wurde mit dem Projekt mit intensiver Aufklärungsarbeit begonnen. Fragen wie „Was zählt es, ich bin ja nur ein Einzelner?“, „Wie spare ich Energie?“, „Wie funktioniert richtige Mülltrennung?“ wurden nicht nur theoretisch, sondern vor allem auch praktisch in Teams bearbeitet und Plakate dazu gestaltet.

Richtige Mülltrennung
Bewohner des Bezirks Neunkirchen haben es im Grunde einfach, wir müssen uns nur zwischen drei Tonnen entscheiden, die in wiederverwertbar (grün), Restmüll (grau) und biologische Abfälle (braun) gegliedert sind. Doch was kann tatsächlich wiederverwertet werden? Was ist noch bio und was schon lange nicht mehr? Das zu verstehen, ist gar nicht so einfach. Im Zuge dessen wurde die „Grüne Tonne“ in Neunkirchen besucht, um zu verstehen, was mit dem Müll nach dem Wegwerfen passiert. Dort konnten die jungen Leute auch selbst Hand anlegen. Außerdem wurden für fünfzehn Wohnungen jeweils drei Mistkübeln (zwei Große für Restmüll und Grüne Tonne, eine kleine für den Biomüll) angeschafft. Für die drei Stützpunkte kamen außerdem noch jeweils zwei große Tonnen für Papier und Karton dazu, damit diese direkt zur Grünen Tonne gebracht werden können.

Einkauf & Nahrungsmittel
Vor allem beim Einkauf sollte man darauf achten, dass Müll erst gar nicht entsteht. So kauften wir für unsere Jugendlichen wiederverwendbare große Einkaufstaschen, um somit den Plastiksackerln den Kampf anzusagen. Außerdem bekamen sie Dosen, um übriggebliebene Essensreste mit nach Hause nehmen zu können, damit Frischhalte- und Alufolie nur mehr im Notfall verwendet werden. Auch die richtige Lagerung von Lebensmitteln und das Gestalten des Einkaufszettels auf Haltbarkeit und den tatsächlichen Gebrauch wurde erarbeitet.

Kompost anlegen:
In Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsverband wurde den jungen Menschen theoretisch und praktisch erklärt, wie das Anlegen eines eigenen Kompostes funktioniert. Wir sind schon sehr gespannt, wie ertragreich die Ernte unseres hauseigenen Gemüses 2014 durch den eigenen Kompost sein wird.

Flurreinigung:
Um aktiv auch Müll zu beseitigen, nahmen wir 2013 in großer Runde an der Flurreinigung der Stadt Neunkirchen teil. Wir waren sehr überrascht, wie viele unserer jungen Leute sich bereit erklärt haben, da an einem Samstag Morgen (für jeden Jugendlichen normalerweise eine Tabuzeit) freiwillig und ohne Bezahlung mitzumachen.

Weihnachtsmarkt
Den Abschluss fand das Projektes am SoWo Weihnachtsmarkt. Auch hier wurde bereits in der Vorbereitung sehr viel auf Nachhaltigkeit wert gelegt. So verwendeten wir für unsere Verkaufsprodukte mehr Naturmaterialien als jemals zuvor (im Wald und auf Wiesen und Ufern selbst geschnitten und gesammelt) und versuchten, Plastikgeschirr so gut wie möglich zu vermeiden. Der Punsch wurde heuer erstmals in Häferl und nicht mehr, wie die Jahre zuvor, in Styroporbecher ausgeschenkt. Außerdem hing an jeder einzelnen Punschhütte ein Müllsack von „Reinwerfen statt Wegwerfen“, einem Projekt, das aktiv einen Beitrag zur Vermeidung von Littering leistet. So hatten wir heuer nach dem Weihnachtsmarkt so wenig wie nie zuvor an Müll wegzuräumen.

Nachhaltigkeit

Das Projekt wirkt auf verschiedenen Ebenen. In erster Linie natürlich bei den Jugendlichen und den Betreuern selbst, doch ich habe schon erlebt, wie unsere Jugendlichen ihr Wissen an Freunde und Familie stolz weitergegeben haben und das Erlernte so weit über unsere Einrichtung hinweg weitergetragen werden. Außerdem wirkt es bei den Partnern, wie der Grünen Tonne Neunkirchen oder dem Abfallwirtschaftsverband und bei den Besuchern unseres Hauses, denn überall ist sichtbar, dass zu diesem Thema gearbeitet wird - vor allem auf unserem Weihnachtsmarkt.
Wenn etwas nachhaltig ist, dann dieses Projekt, davon bin ich überzeugt.

Zielerreichung

Aufklärung: Der Beginn klappte sehr gut. Theoretische und praktische Ansätze kamen zur Anwendung, die gestalteten Plakate begleiteten uns das ganze Jahr über. Richtige Mülltrennung: Der Besuch der "Grünen Tonne" klappte wie geplant, die Sensibilisierung zu dem Thema ist allerdings "Dauerbrenner" und muss immer wieder wiederholt werden. Einkauf und Nahrungsmittel: Die geplanten Anschaffungen wurden getätigt, sodass es auf diesem Gebiet zu weitaus weniger Müll gekommen ist. Kompost: wurde angelegt und zur Düngen weiterer Beete verwendet. Flurreinigung: die Jugendlichen erkannten, wie viel tatsächlich achtlos weggeworfen wird und waren überrascht von der Menge, die wir gesammelt haben. Weihnachtsmarkt: alle Vorhaben wurden wie vereinbart durchgeführt. "Reinwerfen" war durch die gut platzierten Müllsäcke immer präsent.

Nachhaltigkeit

Das Projekt wirkt auf unterschiedlichen Ebenen. Die Jugendlichen und das Betreuungsteam profitieren in erster Linie von den einzelnen Themenschwerpunkten bzw. Veranstaltungen, aber der Wissenstransfer funktioniert gut. In allen drei Häusern ist sichtbar, dass an dem Thema gearbeitet wurde und wird und daher wirkt es auf BesucherInnen ebenso wie auf Partnerinnen.

Wieviele Personen konnten mit der Aktion erreicht werden: 200

Kosten-Nutzen-Relation

Der Nutzen vor allem in Hinblick auf Aufklärung und Nachhaltigkeit liegt auf jeden Fall höher als die Kosten.

Feedback

Dankeschön!