Umweltbildung für Menschen mit Asyl- und/oder Migrationshintergrund

Gefördert

  • Kooperationspartner: GLOBAL 2000 Umweltforschungsinstitut
  • Ort: Wien, Wien
  • Datum: 01.01.2014 bis 31.12.2014
  • Personaleinsatz: 6
  • Homepage

Beschreibung

Das Thema Umweltschutz spielt bis dato für die Betreuung von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund keine Rolle. Dennoch wäre es ein Thema mit großen Impact-Möglichkeiten (demographische Rolle der Gruppe!) und dem zusätzlichen Mehrwert der Integration, Steigerung des Selbstbewusstseins (Wichtigkeit geben) und der öffentlichen Aufmerksamkeit (Image der Gruppe). Die Neuigkeit ist, extra für diese Zielgruppe ein pädagogisch durchdachtes Konzept zu erarbeiten und direkt in bestehende Strukturen zu gehen (wie Asylheime, Deutschkurse, Jugendtreff), wo in Form von interaktiven Workshops, Exkursionen das Thema behandelt wird.

Der Schwerpunkt des Projekts liegt 1. auf der Ausarbeitung des Bildungsprojektes (Thema Umweltschutz allgemein, Ernährung und Abfall, Littering, Konsumverhalten und Ressouren, sowie Mobilität), der Entwicklung des pädagischen Konzepts und Einschulung von 2 MitarbeiterInnen.

2. auf der Durchführung (Beherbergungen in Sbg., NÖ, Jugendarbeit in NÖ, Sprachkurs in NÖ, Tirol und Sbg)

3. auf der Evaluierung (Erfolgsindikatoren vorhanden)

4. Adaptierungen aufgrund der Erfahrungen

5. Vorbereitung eines langfristigen Projekts mit zusätzlichen Finanzierungen und Partnern.

Die Durchführung des Bildungsangebotes soll in enger Wechselwirkung (z.B. Befragung vorher/nachher) mit den TeilnehmerInnen erfolgen, um am Ende des Projekts die wichtigste These, dass bislang Wissen, Motivation und Verhaltensanreize gefehlt haben, um selbständig Umweltschutz in den Alltag zu integrieren, zu bestätigen. Die These, dass Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund z.B. eher häufig Abfall einfach wegschmeißen, wurde durch Gespräche mit Betreuern in Asyslheimen bestätigt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die These zu untemauern, dass ein nachhaltig orientierter Lebensstil nicht notwendigerweise mehr Geld kostet. All diese Themen werden von GLOBAL 2000 und menschen-leben auch pressemässig betreut (Einbeziehung bei Events).

Ziele/Zielgruppen
1. Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund erhöhen ihr Bildungsniveau in Bezug auf Umweltschutz (mit großem Österreich-Bezug).
2. Gemeinsame Exkursionen, Events erhöhen die Motivation und setzen Verhaltensanreize
3. Abfall wird durch bewusstes Einkaufen, verbrauchen und trennen gespart und vor allem richtig entsorgt
4. die Akzeptanz der Zielgruppe (Asyl/Migration) in der öffentlichen Wahrnehmung steigt ("interessieren sich für unser schönes Land")

Messkriterien:
- Fragebögen zu Beginn und am Ende
- Feedbackbögen nach Teilnahme an Workshops, Exkursion, Event
- Medienresonanz (in Artikel)
- Reduktion von Restmüll und Verbesserung der Mülltrennung (vorher-nachher Vergleiche)

Zeitverlauf
Jänner 2014: Kick-Off Meeting zum Start Konzeptfertigstellung und Ausarbeitung des pädagog. Konzepts, Personalsuche, Planung der Durchführung
April 2014 - Sept. 2014: Durchführungsphase, Pressearbeit
Oktober 2014 - Dezember 2014: Evaluierung, Aufbau Folgeprojekt

Nachhaltigkeit
Erreichen von etwa 200 Personen im direkten Kontakt durch die Umweltbildung. Zusätzlich Training von BetreuerInnen (etwa 10).
Multiplikatoren-Effekt durch Nachwirken und Weiterbetreuung nach Projektende (Weiterverwendung der Unterlagen, weitere Projektpartner etc.)

Vermeidung von Littering:
- Exkursionen: Fotos vor und nach der Säuberung (z.B. Grillplatz am Sonntag Abend)
- Wissensvermittlung: warum soll ich meine Dose/Zigarette/Zeitung nicht auf den Boden schmeißen?
- Vermittlung von kulturellen Werten
- Verhaltensanreize: in den Workshops wird gemeinsam überlegt, welche Littering-Vermeidungs-Aktivitäten die TeilnehmerInnen eigenständig durchführen können - Betreuung durch GLOBAL 2000

Zielerreichung

Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Verein menschen.leben war der Zugang zur Zielgruppe direkt gegeben. Insgesamt wurden 20 Workshops mit Gruppen von Flüchtlingen/ MigrantInnen an 11 Standorten des Vereins durchgeführt: Baden, Gänserndorf, Hollabrunn, Bad Vöslau, Ebreichsdorf, Pottendorf (NÖ) Schallmoos, Hallein, Maxglan (Salzburg), Innsbruck (Tirol), „Momoland“/ Graz (Steiermark) Durch das Pilotprojekt konnte folgenden Zielsetzungen erfolgreich nachgekommen werden: - Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund erhöhten ihr Bildungsniveau in Bezug auf Umweltschutz - Die Einrichtungen nahmen ein vermehrtes Bewusstsein für Abfallvermeidung, Mülltrennung und richtige Entsorgung wahr - Die positive Wahrnehmung/Akzeptanz der Zielgruppe in der Öffentlichkeit ist gestiegen Messkriterien: - Reduktion von Restmüll und Verbesserung der Mülltrennung - Feedbackbögen nach Teilnahme an Workshops, Exkursionen, Events - Medienresonanz

Nachhaltigkeit

Die nachhaltige Wirkung des Projekts ist prinzipiell als hoch einzustufen. Ein Multiplikatoren-Effekt ist sowohl durch das Nachwirken und als auch die Weiterbetreuung nach Projektende abzusehen. (Weiterverwendung der Unterlagen, Nutzen des erlernten Wissens etc.) Für die Dringlichkeit und hochwertige Qualität des Projekts spricht auch die Ausweitung der Förderung durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft im Jahr 2015. Im Jahr 2016 wird außerdem eine zusätzliche Erweiterung durch das Bundesministerium für Inneres und diversen Integrationsförderstellen angestrebt. Erwähnenswert sind außerdem externe Anfragen für unser entwickeltes Workshop-Angebot von anderen Flüchtlingsbetreuungseinrichtungen (Caritas), dem Integrationsfonds und privaten Vereinen (Basketballverein Lions Traiskirchen). Das Projekt wurde außerdem von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung mit einem kleinen finanziellen Beitrag gewürdigt, sodass das Pilotprojekt um drei weitere Veranstaltungen im Jahr 2014 verlängert werden konnte. All dies ist als Indikator für ein auch zukünftig verstärktes Interesse an dem Schnittthema Integration und Umwelt zu werten. Es konnten unzählige Personen mit dem Projekt erreicht werden: Direkte Kursteilnehmer 144 + 10 EinrichtungsleiterInnen Medienarbeit/ Reichweiten: 60.000 durch regionale Medien, Kronen Zeitung 2,854 Mio. (Sonntagsausgabe) Monatlich 6.000 Zugriffe auf Website

Kosten-Nutzen-Relation

Der Nutzen des Projekts ist im Verhältnis zu Kosten und Personaleinsatz als sehr hoch einzustufen. Nicht nur durch die rege Teilnahme an den jeweiligen Standorten, sondern auch durch die hohe Medienberichterstattung sind hohe Multiplikatoreneffekte gegeben. Die Zusammenarbeit zwischen GLOBAL 2000, UmweltpädagogInnen und dem Verein menschen.leben stellte sich als äußerst nutzbringend heraus und führte zu wertvollen Synergieeffekten zwischen den Beteiligten. Besonders hervorzuheben ist die klare Aufgabenverteilung, die zu einer effizienten Durchführung des Projekts führte: GLOBAL 2000: Gesamtkoordination, Entwicklung der Module, administrative Betreuung des Projekts, Weiterentwicklung und Berichtslage, Medienarbeit auf nationaler Ebene; UmweltpädagogInnen: Mitentwicklung/Anpassung der Module, Durchführen der Workshops, Durchführen der Evaluierung; Verein menschen.leben: Koordination der Standorte, Auswertung der Evaluierungsbögen, Medienarbeit auf regionaler Ebene; Während der Durchführung wurde außerdem von den WorkshopleiterInnen auf besondere Kosteneffizienz Wert gelegt (Wiederverwendung von bereits erstellten Materialien, Recyclingelemente für Aktivitäten, günstige Anreise und Umsetzungsmöglichkeiten der Workshops).