Generierung einer Datenbasis als Grundlage zur Vermeidung von Littering in den alpinen Regionen Österreichs (Projekt Alpen Littering Data)

Gefördert

  • Kooperationspartner: Ressourcen Management Agentur (RMA)
  • Ort: Wien, Wien
  • Datum: 15.04.2016 bis 30.06.2016
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Beschreibung

Im Projekt Alpen Littering Data wird die Grundlage geschaffen, das Phänomen „Littering“ in alpinen Regionen mit Zahlen zu untermauern.

In den Alpen ist Littering - das achtlose Wegwerfen von Abfall - ein aktuelles und relevantes Thema. Im Flachland wird dem Problem aktiv begegnet, z.B. finden in vielen Regionen jährliche Flurreinigungsaktionen statt. Diese Initiativen wurden und werden auch in Einzelfällen auf alpine Regionen erfolgreich übertragen. Der Österreichische Alpenschutzverband (ÖASV) leistet z.B. im Rahmen der Aktion „Saubere Alpen“ seit den 1970er-Jahren während der Sommermonate aktive Umweltarbeit. Die bisherige Leistungsbilanz unterstreicht die Notwendigkeit dieses Umweltprojekts des ÖASV. So wurden bislang rund 3,8 Millionen Liter Abfälle beseitigt und zur Entsorgung gebracht. Im Sommer 2015 wurden bei einer Sammelaktion von rd. 30 HelferInnen rd. 50.000 Liter Abfälle gesammelt. Eine Meta-Analyse der Flurreinigungskampagnen gesammelten Abfallmengen (v.a. nach Anfallort, Abfallfraktionen) in alpinen Regionen existiert gegenwärtig nicht. Diese Daten bilden jedoch die notwendige Grundlage für weitere Abfallvermeidungskampagnen in alpinen Regionen zum Schutz der Natur. Das Projekt Alpen Littering Data analysiert daher eine Auswahl bereits durchgeführter Flurbereinigungskampagnen bzw. Aktionen zur Abfallvermeidung in alpinen Regionen und führt die vorhandenen Daten zu einer Gesamtschau zum Thema Littering in alpinen Regionen zusammen.

 

Ziele / Zielgruppen
Das generelle Projektziel ist es, eine belastbare Datengrundlage zu Aufkommen und Zusammensetzung von Abfällen in alpinen Regionen Österreichs zu generieren. Es wird die Grundlage geschaffen, das Phänomen „Littering“ besser begreifbar zu machen. Dadurch wird ein Beitrag geliefert, den Naturraum der Alpen vor Verschmutzung und Zerstörung durch zurückgelassene Abfälle von Touristen, Wanderer, Bergsteiger und Einheimischen optimiert zu schützen. Angesprochen werden die relevanten Stakeholder im Bereich von Anti-Littering Kampagnen bzw. jene Personen/Personengruppen, die von den negativen Folgen des Litterings direkt betroffen sind (v.a. alpine Vereine, Gemeinden, Liftbetreiber, HüttenwirtInnen, BergführerInnen, Bezirksabfallverbände, Tourismusvereine, Landwirtschaft/Almenwirtschaft, Wasserversorgung). Die ursächlichen Verursacher des Litterings - die einheimische Bevölkerung und Gäste aus dem In- und Ausland - sind in dieser Phase nicht involviert.

 

Zeitverlauf / Geplante Vorgehensweise / Erwartete Ergebnisse
Meta-Analyse einer Auswahl (ca. 5 bis 10) von Flurbereinigungskampagnen in alpinen Regionen Österreichs (v.a. in „Reinwerfen statt Reinwerfen“ geförderten Gebieten) der letzten 5 Jahre zu gesammelter Menge, Qualität/Fraktion von Abfällen bzw. nach Anfallort/Hot Spots. Dadurch ist es möglich, regionale Unterschiede aufzuzeigen. Auf diese Erkenntnisse kann bei nachgelagerten Abfallvermeidungskampagnen Bezug genommen werden. Für eine detailreichere Analyse wird aus den untersuchten Regionen in Absprache mit der ARA AG eine Pilotregion ausgewählt. In dieser Pilotregion werden die Abfallmengen an den betroffenen Gebieten bzw. Anfallstellen (z.B. Parkplätze, Wanderwege, Berghütten, Lifttrassen) qualitativ, wenn möglich auch quantitativ, erhoben. Diese Untersuchungen werden anhand von Umfragen, Fachinterviews mit den lokalen Stakeholdern (z.B. BürgermeisterInnen, Tourismusverbände, BergführerInnen, Liftgesellschaften etc.) durchgeführt. Dabei werden auch die Ergebnisse und Erfahrungen von durchgeführten Flurreinigungsaktionen aufbereitet und miteinbezogen. Im Falle von Datenlücken werden diese dokumentiert und sind möglichst durch nachfolgende Projekte/Erhebungen zu schließen. Das Projekt wird in Absprache mit den österreichischen alpinen Vereinen (v.a. ÖAV, Naturfreunde) umgesetzt.
Die Sammlung und Analyse von Daten zum Abfallaufkommen in ausgewählten alpinen Regionen gesamt und differenziert an dem Anfallort (v.a. Wanderwege, Hütten, Parkplätze, Klettergärten, Klettersteige, Lifttrassen, Skipisten, Liftstationen). Für eine Lenkung bzw. Vermeidung von Abfallströmen ist neben dem reinen Aufkommen auch die Zusammensetzung nach Fraktionen (v.a. Verpackungsabfälle, biogene Abfälle, Sperrmüll, Restmüll) relevant. Es wird erhoben, ob durchgeführte Flurbereinigungsaktionen nach den genannten Kriterien die gesammelten Abfälle erfassen. Falls nicht, sollte in Folgeprojekten durch eine direkte Müllanalyse diese Informationslücke geschlossen werden. Die generierten Informationen und Daten im Projekt Alpen Littering Data dienen weiterführenden Studien/Umsetzungsprojekte als Grundlage für die Strategieentwicklung zur Eindämmung von Littering in alpinen Regionen.

 

Nachhaltigkeit
Das Projekt „Alpen Littering“ ist mehrphasig konzipiert bzw. geplant. Der hier dargestellte Teil repräsentiert die Phase 1, die sich mit der Generierung von Daten zum Aufkommen von Abfällen in alpinen Problemen beschäftigt. Aufbauend darauf werden in einer geplanten Phase 2 die relevanten Akteure und Akteursgruppen herausgearbeitet und charakterisiert, die für das Problem Littering verantwortlich sind und um örtliche und inhaltliche Anknüpfungspunkte für die nachfolgenden Informationsmaßnahmen zu finden. Außerdem wird geklärt, wie die gegenwärtige Sammelinfrastruktur in den betroffenen Gebieten funktioniert bzw. welche Optimierungsmaßnahmen gesetzt werden können. In Phase 3 werden die Ergebnisse und Erfahrung (Phase 1), die in dieser Pilotregion mit den Stakeholdern (Phase 2) erarbeitet wurden, zu einer replizierbaren Umsetzungsstrategie für weitere alpine Regionen Österreichs weiterentwickelt. Die Breitenwirksamkeit des Projekts ergibt sich aus der Vielzahl an beteiligten Stakeholdern. In der Phase 1 und 2 werden jene Stakeholder involviert, die für das Konzipieren und Umsetzen einer breiten und öffentlichkeitswirksamen Strategie zur Vermeidung von Littering im alpinen Raum relevant sind. In der Phase 3 wird dann die replizierbare Strategie entwickelt und in einer Pilotregion umgesetzt.